Interview mit dem Autor Iver Niklas Schwarz

Hallo Bloodys,
so langsam läuft sich Dark Shadow doch mit seinen Interviews warm oder?? Damit sein Blutdurst etwas gestillt und unser Gast nicht sofort eingeschüchtert wird, wird Shadow heute mal kein Folterinterview führen. Nicht wahr Shadow??


DS: Wenn’s sein muss, Herrin 🙄.

TAB:Shadow! Jetzt ist deine Chance, dich auch mal von deiner guten Seite zu zeigen.

DS: Gute Seite? Dass ich nicht lache. Ich bin das pure Böse, wie soll ich da eine gute Seite haben??!!

TAB:
Shadow, bitte. Ahhh, ich höre sie wieder erklingen unsere wunderschön hallenden Torglocken. Treten Sie ein werter Herr Schwarz und nehmen Sie doch dort auf unserem Thron Platz. Fühlen Sie sich wie zu Hause und machen Sie es sich gemütlich. Hier bitte, ein Tässchen Kaffee. Shadow, du hast Besuch!


DS:

Guten Abend Herr Schwarz, ich hoffe Sie haben gut zu unserem Reich des Blutes ähhh zu unserem roten Reich gefunden.Mein Name ist Shadow. Dark Shadow. Schneller als der Wind, flinker als ein Wiesel, schlauer als Einstein und charmanter als George Clooney. Ich bin dein zweites Ich, ich bin dein Schatten, doch drehst du dich um, bin ich verschwunden. Ich wache Tag und Nacht, denn das Böse schläft nie.
Echt jetzt? Muss ich dieses alberne Geplänker immer wieder erwähnen? Und nun genug von mir, komm wir nun zu Ihnen Schwarz. Ach lassen wir dieses unnötige Siezen, da fühl ich mich ja Jahrhunderte älter als ich bin. Wie geht es dir?


INS:
Hallo und danke, dass ich (virtuell) hier sein darf! Mir geht’s gut, dank langsam beginnender Vorweihnachtsstimmung. Allerdings bin ich nach dieser Begrüßung auch ein wenig eingeschüchtert. Mit dem Bösen bin ich als Autor ja per Du. Aber ich treffe nur selten jemanden, der schlauer ist als Georg Clooney und so charmant wie Einstein. Oder war es anders herum?


DS:

Na eigentlich ist es anders rum. Aber wenn du es so passender findest. Dann, bitte….
Einige Mitglieder unserer Bluu….äh Gemeinde werden dich vielleicht schon kennen und andere nicht. Stell dich doch einfach mal kurz vor.

INS:
Ich heiße Iver Niklas Schwarz (Jahrgang 1981) und schreibe Geschichten, die eher auf der dunklen Seite der Literatur anzusiedeln sind. Meist liege ich damit irgendwo zwischen Thriller und Horror, wobei ich gern auf der Grenze zwischen dem Paranormalen und unserer realen Welt balanciere. Gerade habe ich mit dem Mystery-Adventskalender meine erste Kurzgeschichtensammlung veröffentlicht und bin recht optimistisch, dass der Debütroman recht bald folgen wird
.

DS:
Ich verstehe…du schreibst gern über so Wesen wie mich…verstehe. Ich frag mich nur immer wieder, was an uns so faszinierend ist…tztztz. Ein Shadow informiert sich ja meist über seine Interviewpartner. Dabei habe ich erfahren, dass du Archäologe und Historiker bist. Wie bist du dann zum Schreiben gekommen?

INS:
Zum kreativen Schreiben bin ich erst spät gekommen, mit über 30. Aber für jemanden, der seit Kindertagen süchtig nach Geschichten ist, wird die Schriftstellerei irgendwann zu einem logischen Schritt. Warum Konsument bleiben, wenn du Dealer sein kannst? Bücher nehmen uns gefangen und verzaubern uns. Durch ein paar gedruckte Buchstaben empfinden wir Angst oder Wut, Liebe oder Freude. Auf dieser Klaviatur der Gefühle anderer Menschen spielen zu können, das verleiht einem Autor eine Macht, die ein Dark Shadow bestimmt zu schätzen weiß!


DS:

Macht, Macht, Macht 😍 . Wie ich dieses Wort liebe. Da fällt mir doch glatt ein, wollte ich nicht eigentlich die Weltherrschaft ergreifen? Muaaahaaaa 😈😈…. Da sieh mal einer an, da wollte doch glatt so ein kleiner Bub schon die Macht über andere Leute besitzen und das nur durch Geschichten —-tztztz. Wie einfältig die menschliche Spezies doch ist 🙄 ….
Inspirieren dich Ereignisse aus deinem beruflichen Leben beim Schreiben von Geschichten?


INS:
Das Dasein als Archäologe ist weniger Indiana-Jones-mäßig, als man sich vorstellt. Auch wenn ich schon ganze Friedhöfe ausgegraben habe. Unter anderem mit zersägten Menschen oder einem Mann, in dessen Brustkorb zwei Pferdefüße steckten. Es stellte sich später heraus, dass es sich um „Körperspender“ für frühe anatomische Studien einer Universität gehandelt hat … Hey, vielleicht sollte ich da mal eine Geschichte drüber schreiben!


DS:

Interessant ein Brustkorb mit zwei Pferdefüßen….sowas könnte auch von mir stammen 😀 ….Na dann setz dich mal an deinen Schreibtisch und fang mal an eine Geschichte darüber zu schreiben….oder ….ja genau am besten über mich …muaaahhahaha 😈😈.
Basiert eine deiner Geschichten auf einem Fund oder einer Geschichte, die dir im beruflichen Leben begegnet sind?


INS:
Als Historiker liest man natürlich viel. Viele Geschichten im Mystery-Adventskalender sind von wahren Begebenheiten inspiriert: Die Bestie des Gévaudan hat im 18. Jahrhundert wirklich rund 100 Opfer gefordert. Auch meine Geschichte über Mark Twain, der im Leichenschauhaus eine verstörende Entdeckung macht, ist historisch überliefert. Die russische Tiefenbohrung, die glaubte, die Hölle gefunden zu haben, gab es tatsächlich. Die Geschichte der Menschheit ist voll von spannenden Gruselstorys.


DS:

Die ganze Menschheit ist grausam und gruselig und gehört…..ach lassen wir es. Weiter im Text …
Seit 2015 folgst du den Spuren von Monstern jeglicher Art. Welchen Monstern in Menschengestalt bist du auf deiner Reise schon begegnet und was fasziniert dich daran?


INS:
Im Mystery-Adventskalender begegnet uns ein Mann, der überzeugt ist, dass Dämonen unter uns wandeln. Er ist sich dessen so sicher, dass er zum Mörder wird. Doch das wahre Monster ist er selbst. Auch diese Story basiert leider auf einer wahren Begebenheit.Die Faszination für Monster liegt fest in unserer DNA verankert. Wir wollen begreifen, was sie sind, wo sie herkommen und vor allem: ob sie uns gefährlich werden können. Das Problem mit menschlichen Monstern ist, dass sie sich äußerlich nicht von uns unterscheiden. Jeder und jede von uns könnte also ein Monster sein. Du, ich, Dark Shadow hier, sogar die nette Oma von nebenan. Vielleicht backt sie gerade einen Kuchen voller Rattengift für ihre Enkel, weil die immer nur auf ihren Smartphones umherwischen, wenn sie zu Besuch sind.


DS:

Du hast Recht, jeder kann ein Monster sein. Nur ich bin das einzig wahre Monster *muaaaahhahhha😈😈* . Ich bin ja sowas wie ein was ihr Erdenkriecher nennt „Dämon“ *muaaahaha* 😈.
Schreibst du deshalb auch Geschichten im mystischen Gruselbereich?


INS:
Zwischen unserer realen Welt und dem Reich des Phantastischen liegt nur eine hauchdünne Membran. So lange es hell und warm ist, sind wir sicher, dass das übernatürliche Böse nur etwas für Filme und Bücher ist. Wenn wir aber allein in der dunklen Ecke des Kellers dieses komische Geräusch hören oder an einem regnerischen Herbstabend die Abkürzung über den Friedhof nehmen, sind wir plötzlich gar nicht mehr so sicher, was die Grenzen des Machbaren angeht. Wenn du Angst hast, spielt es keine Rolle, ob du dich vor Vampiren oder einem Psychokiller fürchtest. Das einzige, was zählt, ist die Angst selbst. Sie lässt das Unmöglich möglich erscheinen. Sich als Autor auf das eine oder andere zu beschränken, hieße, nur den halben Spaß zu haben!


DS:

Oh my Demon ….schon wieder so ein Geschwafel von Sicherheit und Böse🙄🙄🙄🙄.….. Ich kann euch ja mal wirklich zeigen, was es heißt Angst zu haben *muaaahhhahahaaa*😈.
Wie kamst du auf die Idee, einen Mystery-Adventskalender mit 24 rätselhaften und gruseligen Geschichten zu veröffentlichen?


INS:
Um ehrlich zu sein, kam die Idee dazu vom homunculus-Verlag. Die geben auch die Mr. Holmes-Krimiadventskalender heraus und wollten mal etwas ausprobieren, was ein wenig düsterer und unheimlicher ist. Also wandten sie sich an meinen Agenten. Das Konzept eines Adventskalenders mit mysteriösen Shortstorys hat mich sofort überzeugt. Ich liebe Kurzgeschichten! Ruckzuck saß ich bei strahlendem Frühlingswetter im Garten und schrieb weihnachtliche Gruselgeschichten.


DS:

So ist das also…tztztz. Meine Herrin ist ja richtig von deinen Geschichten begeistert. Sei froh, du hast sie glücklich gemacht, andersrum naja hättest du jetzt leider leiden müssen. Du musst wissen, ich beschütze auch meine Herrin und wer sie verletzt oder nicht unterhält, kriegt es mit mir zu tun *muaaahhhaaa 😈.
Aber davon ab stelle ich diese Frage jetzt für die Blutkönigin, meiner Herrin: Welches dieser 24 Geschichten ist deine Lieblingsgeschichte?

INS:
Besonders am Herzen liegt mir die Geschichte um Oscar, den Kater, der den Tod voraussagen kann. Den gibt es wirklich. Der echte Oscar lebt in einem Pflegeheim, nur 2 km vom Geburtshaus von H.P. Lovecraft entfernt. Wenn er sich zu einem Patienten ins Bett legt, weiß das Personal, dass es Zeit ist, die Angehörigen zu verständigen. Der Tod naht …Hätte ich beim Schreiben der Geschichte gewusst, dass einer unserer Kater namens Evil kurze Zeit später nach 16 erfüllten Katzenjahren von uns gehen musste, hätte ich Oscar in der Story zu einem graugetigerten, stolzen Streuner gemacht. Genau wie unser Evil einer war.


DS:

Urrrrgh immer diese herzzerreißenden Geschichten…..brrrr….das ist ja so eklig🤢🤢🤮🤮 . Ich glaube zu wissen, dass es auch die Lieblingsgeschichte meiner Herrin ist. Was für Bücher oder Geschichten liest du eigentlich privat? Welches würdest du besonders empfehlen?

INS:
Ich bin Vielleser. Das gehört zum Autorenhandwerk. Ein paar der letzten Bücher auf meinem Nachttisch sind: James Lee Burke – Fremdes Land (historisches Drama, USA), Flavius Ardelean – Der Heilige mit der roten Schnur (dunkle Phantastik/Märchen, Rumänien), John Niven – Die Fuck-It-Liste (satirischer Thriller, Schottland) und Mats Strandberg – Die Überfahrt (Horror, Schweden). Ziemliches Spektrum, was?Ich kann jedem nur empfehlen, sich mal jenseits der „üblichen Verdächtigen“ aus den Bestsellerlisten umzusehen. Es gibt so viele unbekanntere Autoren aus aller Herren Länder zu entdecken. Gerade im Horrorgenre ist es doch viel angsteinflößender, wenn die Geschichten direkt vor unserer Haustür spielen, statt irgendwo jenseits des großen Teichs.


DS:

Hört, hört ihr anderen Erdenkriecher und lest auch mal was anderes als die üblichen Bestseller.
Und zu guter Letzt: Horror oder Grusel?
INS:Egal! Hauptsache eine gute Story steht im Vordergrund. Blut und Schockeffekte sind ein großer Spaß, aber nichts wert, wenn mir die Figuren einer Geschichte egal sind. Horror und Grusel leben davon, dass wir mit den Charakteren mitfiebern und Angst um sie haben.
DS:Möchtest du noch irgendetwas unseren Mitgliedern oder deinen Fans sagen?


INS:
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und danke an Dark Shadow, dass dieses Interview so gar nichts mit Folter zu tun hatte!Besucht mich gern auf meiner Homepage oder auf Facebook. Und falls ihr noch keinen Adventskalender habt, schaut mal im Buchladen, im Onlinehandel oder direkt beim homunculus-Verlag vorbei.

https://homunculus-verlag.de/produkt/mystery-adventskalender/


DS:

Ich bin nicht der Typ der freundlichen Art deswegen gebe ich das Wort meiner Herrin.

TAB:
Vielen Dank Shadow. So das war doch mal ein sehr interessantes Interview und entschuldige die nicht gerade feine Art unseres guten Shadows.
Vielen Dank Iver, dass du uns besucht und dir extra Zeit genommen hast. Alles Gute und bleib gesund.


Und wenn ihr diesen Autor auch so sympathisch findet dann liket doch auch seine Facebookseite und kauft unbedingt seinen Adventskalender.


Urheber des Fotos: Chris A. Bothmann (wurde mir aber vom Autor überlassen 🙂
)

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