Stümmelchen – oder eine Geschichte, die jemand noch nicht schrieb by Anna Ratsche

Stümmelchen

Klappentext / Inhalt

Es war einmal ein Waisenkind, das Stümmelchen genannt wurde.
Es lebte aufgabenlos und verlassen in einem kleinen Dorf in einem finsteren Wald.
Schon bei ihrer Geburt segnete ihre Mutter das Zeitliche. Kurz darauf wurde sie dann auch von ihrem Vater im Stich gelassen, den es bei einem heldenhaften Kampf mit einem Walddämon dahingerafft hatte.
So fristete Stümmelchen ihr tristes Dasein.
Trotz ihrer fehlenden Hände – da waren ja nur die Stummel – machte sich Stümmelchen auf die Suche nach einer Aufgabe, um sich in die Gemeinschaft einzubringen.
Doch sie erfuhr immer mehr Ausgrenzung und Ablehnung im Dorf.
Gott und die Autorin schienen offensichtlich ein Problem mit Stümmelchen zu haben.
Zu allem Überfluss wartete auch noch der fiese Dämon im Wald auf sie. Doch warum wollte er unbedingt Stümmelchen? Und dann überschlugen sich die blutigen Ereignisse.

Eine absurde und durchgeknallte Geschichte, die sich ihren Weg bis in die hintersten Hirnwindungen sucht. Willkommen in einer verstörenden Welt des Wahnsinns.

Quelle: (Klappentext, KOVD-Verlag)


Handlung:
Stümmelchen, ein süßes Mädchen, dass nicht nur ohne Hände, sondern auch schon recht früh ohne Eltern aufwachsen musste, wurde im Dorf von den anderen Bewohnern eher missachtet und hatte keine wirkliche Aufgabe, um sich in die Gemeinschaft mit einzubringen……..bis zu ihrem 18. Geburtstag.  Denn von da an war nichts mehr so wie es war ….

 

Meine Einschätzung

Es war einmal eine sehr schüchterne und junge Frau (*räusper*), die ein totaler Disney-Freak war und deswegen nie verstörende und bösartige Geschichten gelesen hat (*lautes Räuspern* :D). Auch in ihren heiß geliebten Disneyfilmen haben die Guten gegen die Bösen gekämpft und am Ende gab es immer ein Happyend. Doch diese junge Frau, die auch so einen komischen Blog namens „Thrill and Blood“ (wie auch immer dieser Name zustande kam :D) betrieb, hat eines Tages so ein recht dünnes Buch namens „Stümmelchen“ in die Hand bekommen und ohne den Klappentext vorher in Augenschein zu nehmen, angefangen zu lesen…… und nun? Nun sitzt sie vor sich hin wippend in der Isolierzelle einer psychiatrischen Anstalt :D.

Und wenn sie nicht schon wegen ihres Hirnschadens gestorben ist, so lebt sie noch heute.

Ich weiß zwar nicht von welchem Ich (ihr wisst ja, Schizophrenie und so) in der Einleitung die Rede ist, aber das Ich, dass diese Rezension verfasst, liebt es die krankesten, bizarrsten und blutigsten Geschichten zu lesen. Je verrückter sie sind, umso besser. Auch „Stümmelchen“ wird als eine absurde und durchgeknallte Geschichte bezeichnet und ich kann hier schon einmal sagen, diese Aussage trifft vollkommen zu.

Was anfangs noch wie ein Märchen klingt, ist nach Forrest Gumps Worten eigentlich eine Schachtel Pralinen, denn man weiß nie was man kriegt. „Stümmelchen“ trieft nur von diversen Körperflüssigkeiten, Absurditäten, Ironie, Sarkasmus, extrem schwarzer Humor und Skurrilität, dass sich die Balken biegen. Und das ist genau mein Ding. Die Autorin hat eine herrlich schräge und blühende Fantasie und die durchgeknalltesten Ideen und Einfälle in einer wirklich genialen und unterhaltsamen Geschichte vereint. Ich mag auch den direkten und frechen Stil der Autorin, der immer wieder meine Lachmuskeln zum Glühen gebracht hat. Sie nimmt kein Blatt vor dem Mund und erspart den Lesern auch keine Details. Wer hier nicht mit genauen Beschreibungen von gewissen Körperflüssigkeiten umgehen kann, sollte beim Lesen einen Eimer neben sich stellen 😀 (so für alle Fälle :D). Trotz der Kürze dieser Story hat die Autorin besonders interessante Überraschungen eingebaut und ein Ende geschaffen, dass überraschender, explosiver und besser hätte nicht sein können.

So verrückt die Geschichte schon ist, die Dorfbewohner und auch Stümmelchen selbst mit ihren Eigenarten und Besonderheiten toppen alles. Hier ist niemand wirklich normal, sondern jeder ist auf seine Art und Weise ganz speziell ……..oder einfach nur schräg :D. Der Autorin ist auch die charakterliche Entwicklung von Stümmelchen gut gelungen – aber mehr verrate ich nicht.

„Stümmelchen“ ist wirklich eine Geschichte, die jemand noch nicht schrieb.

 

Fazit / Wertung

„Stümmelchen“ hat sich in mein Herz gelacht. Wer auf bizarre Art und Weise einfach mal abschalten und unterhalten werden will, der sollte diese Geschichte lesen. Sie ist herrlich schräg und eigentlich könnte man hin und wieder auch mit Stümmelchen Mitleid haben, aber dann lässt die Autorin das Mädel Sachen machen oder führt Absurditäten etc. ein, die einen einfach nur zum Lachen bringen. Ich liebe den frechen Stil und all den Sarkasmus und schwarzen Humor der Autorin und hoffe noch mehr solcher Geschichten von ihr zu lesen.

Von mir gibt es daher eine klare Kauf- und Leseempfehlung!

Seid Euch aber im Klaren, dass diese Schachtel Pralinen nicht für jedermann geeignet ist – denn ihr wisst nicht was ihr kriegt!

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Info:
Meine Wertungspunkte vergebe ich in Totenköpfen von 1-10, wobei 1 sehr schlecht und unterhaltsam und 10 entsprechend sehr empfehlenswert und unterhaltsam ist.

Zu guter Letzt bedanke ich mich recht herzlich bei dem KOVD Verlag für die Zurverfügungstellung eines Rezensionsexemplars und dem damit mir gegenüber entgegengebrachten Vertrauen.
Diese Tatsache beeinflusst aber in keinster Weise mein persönliches Leseempfinden.

Produktinformation:

  • Taschenbuch: 120 Seiten
  • Verlag: KOVD Verlag (Nova MD); Auflage: 1. Auflage 2019 (29. November 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3-96698-510-9
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 18 Jahren!
  • Größe und/oder Gewicht: 11,5 x 18 cm
  • Preis: 9,99 €

Quelle: AmazonKOVD-Verlag)

 

Über die Autorin

AnnaRatsche

Anna Ratsche wurde 1980 in Hamburg geboren. Sie schrieb schon immer gerne Geschichten, die den Leser zum Kopfschütteln, Schmunzeln und Verzweifeln brachten. Den Leser zu verwirren, aber gut zu unterhalten, ist ihr Ziel. Als die Bizarro-Fiction-Bewegung nach Deutschland kam, fühlte sie sich gleich zuhause und verstanden. Seit diesem Tage an ist sie hoffnungslos im Kreislauf Konsument und Produzent gefangen.
Wenn Anna Ratsche mal nicht schreibt, ist sie Mutter von zwei Kindern … drei Kindern, wenn sie ihren Mann mitzählt. Auch hinter einer Bizarro-Fiction-Autorin kann sich eine Mutter und Ehefrau verstecken, die den Kochlöffel für ein Halleluja schwingt.
Ihre Debütnovelle „Stümmelchen oder: Eine Geschichte, die jemand noch nicht schrieb“ wurde 2019 von B.F. Press veröffentlicht.

Homepage: https://www.facebook.com/AnnaRatsche

Quelle: (wortwörtlich übernommen von KOVD-Verlag)
Fotoquelle: (KOVD-Verlag)

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