Seelenfeuer by Marty Ramone

Seelenfeuer

Klappentext / Inhalt:

Harzer Horror-Thriller

Eine Detonation in einem alten Bergwerkstollen setzt eine uralte dämonische Macht frei und nichts in dem Harzstädtchen Bad Lauterberg ist mehr so, wie es vorher war. Menschen werden bestialisch ermordet in den Wäldern aufgefunden und es werden immer mehr. Aber das ist erst der Anfang.

Noch etwas viel Furchtbareres wartet darauf, aus den Pforten der Hölle emporzusteigen und die umliegende Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen. Eine uralte Sage spielt dabei eine große Rolle und das älteste Buch der Welt, die Bibel muss nun umgeschrieben werden.

So beginnt dann der epische Kampf zwischen den Menschen und Luzifer. Können der Polizeibeamte Tim Berger und Spezialagent Henning Sturm das sich manifestierende Grauen noch verhindern?

Ein Oldschool Horror-Thriller und abenteuerlicher Harz-Roman, mit heftigen Splatter, Sex- und Hardcoreelementen, aber auch leidenschaftlichen und romantischen Momenten, der an realen Schauplätzen spielt; bunt, furios, ohne Atempause und nichts für schwache Nerven!

Tauche ein in das Grauen der Hölle …. wenn du dich traust

Quelle: (Klappentext, verlag4you)

Handlung:
In  Bad Lauterberg treibt irgendwer oder irgendwas sein Unwesen. Brutal ermordete Leichen werden im Wald aufgefunden und es werden täglich immer mehr. Wer ist der Täter? Was ist sein Motiv? Haben diese Verbrechen vielleicht sogar mit der alten Sage  zu tun?  Was hat das mit dem kurz zuvor gesprengten Berwerkstollen zu tun? Ein Fall für den Polizeibeamten Berger und dem Spezialagenten Sturm…..doch können Sie diese Verbrechen aufklären?

Meine Einschätzung

„Seelenfeuer“ ist das erste Werk von Marty Ramone und somit natürlich auch der erste Horror-Thriller, den ich von dem Autor gelesen habe. Daher hatte ich wie bei allen Newcomern keine großen Erwartungen und war einfach gespannt, was mich erwartet.

Direkt beim Aufschlagen des Buches ist mir schon die gewöhnungsbedürftige Formatierung des Buchsatzes negativ aufgefallen. Für einen zusammenhängenden Roman fand ich die vielen Absätze nicht gerade für den Lesefluss fördernd. Optisch erscheint es eher wie ein Poesie-/ Gedichtebuch. Im weiteren Verlauf wurde auch teilweise bzw. szenenweise die Schriftform geändert. Doch den wirklichen Sinn dahinter, konnte ich jetzt nicht entnehmen. Nach meiner Kenntnis ist diese Formatierung allerdings nicht vom Autor selbst gewollt, sondern vom Verlag. Ein Blick auf die Homepage des Verlags und man erkennt, dass er hauptsächlich Ratgeber verlegt und „Seelenfeuer“ der einzige Thriller im Portfolio ist. Daher lässt es sich vermuten, dass sich dieser Verlag eventuell nicht mit Belletristik und den dort üblichen Formatierungen eines Buchsatzes auskennt.

Der Autor hält auch keine langen Reden, sondern wirft den Leser mitten ins Geschehen, das ich ihm positiv anerkenne. Denn ich bin kein Freund von langen Ausschweifungen und Wiederholungen und verliere dazu als ungeduldiger Mensch auch schnell die Lust am Lesen. Allerdings merkt man, dass der Autor noch am Aufbau einer Handlung arbeiten muss. Wie er selbst im Nachwort erwähnt, hat sich die Grundgeschichte zu „Seelenfeuer“ während des Schreibprozesses öfters verändert, das sich dann auch auf den Aufbau der Handlung auswirkt. Sie wirkt sehr sprunghaft und teilweise folgen Szenen aufeinander, die nach meinem Geschmack nicht zusammen passten. Besonders die „erotischen“ und intensiv ausgeschmückten Szenen waren für mich persönlich an der ein oder anderen Stelle ziemlich unpassend und hätten auch einfach wegbleiben können. Aber das ist denke ich vielleicht auch Geschmackssache. Ich finde es interessant, dass der Autor versucht hat die Geschichte an sich mit ausgedachten bzw. abgeänderten Sagen aufzupeppen. Aber auch hier macht er den typischen Anfängerfehler und überladet dadurch die Handlung. Ich denke eine Sage (nämlich die mit dem Müller und dem Pakt mit dem Teufel) hätte gereicht, um der Handlung Pepp zu geben. So wirkt es für mich persönlich einfach zu überladen und der Autor hetzt durch die Handlung. Zudem kann die neu erfundene Bibelgeschichte um die Empfängnis des Heiligen Kindes für Gläubige doch schon recht grenzwertig sein – doch zum Glück bin ich nicht gläubisch :D.

Der Autor hat einen einfachen und sehr groben und  vulgären Stil, den er besonders mit seinen extremen und detaillierten Beschreibungen verdeutlicht. Man merkt, dass er versucht Wiederholungen zu vermeiden und dabei sehr ungewöhnliche und gewöhnungsbedürftige Bezeichnungen verwendet, das besonders in den „erotischen“ Sexszenen auffällt. Leider finde ich diese oft nicht geglückt, da sie eher wie die Worte eines romantischen Poeten wirken. Gerade in seinem Stil wird die Leidenschaft des Autors zum Extremen deutlich. Ich finde es gut, wenn ein Autor seinen eigenen Stil hat, allerdings muss auch an diesem noch gearbeitet und gefeilt werden, gerade was die Verwendung von anderen Bezeichnungen betrifft. In meinen Augen hat der Autor auch seine Energie in eher nebensächlichen Dingen wie z.B. den erotischen Szenen gesteckt, so dass wichtige Dinge wie z.B. die Ausarbeitung der Charaktere darunter leiden mussten. Denn sie erhalten keine wirklich Tiefe und damit auch keine Persönlichkeit. Zudem sind sie nicht wirklich greifbar und daher austauschbar. Lediglich der sexbessene Teufel, der schon die geschundenen Seelen gerne foltert, hat hier Ausdruck und Stärke erhalten und ist die einzige Figur, die mir im Kopf geblieben ist.

Fazit/Wertung

„Seelenfeuer“ ist das Erstlingwerk des Autors, so dass ich jetzt kein Meisterwerk erwartet habe. Allerdings  konnte mich weder der Aufbau, noch die Charaktere oder der Schreibstil fesseln. Zudem sind die oben kritisierten Mängel auch typische Anfängermängel, die mit einem guten Lektorat hätten ausgebessert werden können. Marty Ramone ist ein Newcomer in der Autorenwelt mit einer Vorliebe für Hardcore und Extremes, der in meinen Augen noch an sich und der Umsetzung seiner Ideen arbeiten muss. Aber es ist kein Meister von Himmel gefallen.

Mich konnte „Seelenfeuer“ leider nicht begeistern, aber es gibt ja genug Leute, denen es gefallen wird oder denen es schon gefällt. Daher gibt es von mir persönlich keine Leseempfehlung!

 

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Zur Info:
Meine Wertungspunkte vergebe ich in Totenköpfen von 1-10, wobei 1 sehr schlecht und ununterhaltsam und 10 entsprechend sehr empfehlenswert und unterhaltsam ist.

Zu guter Letzt bedanke ich mich recht herzlich bei Marty Ramone für die Zurverfügungstellung eines Rezensionsexemplars und dem damit mir gegenüber entgegengebrachten Vertrauen.
Diese Tatsache beeinflusst aber in keinster Weise mein persönliches Leseempfinden.

 

Produktinformation

  • Broschiert: 283 Seiten
  • Verlag: verlag4you; Auflage: 1 (9. September 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3947183180
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 18 Jahren
  • Größe und/oder Gewicht: 14,8 x 2 x 20,8 cm
  • Preis: 13,99 €

Quelle: (AmazonVerlag4you)

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