Paraphil – by Jacqueline Pawlowski

 Paraphil

Klappentext / Inhalt

Sie ist die Erste.
Gekleidet wie eine Puppe.
Sie ist erst acht.
Und … sie ist tot.

Bisweilen teilt sich Norbert mit Lissy und den anderen kindsähnlichen Sexdolls das Bett, doch etwas überschattet alles: Die Sehnsucht nach Wärme.
Kann Norbert seinen Trieben widerstehen oder begeht er einen folgenschweren Fehler?

Unterdessen ist der Fund des toten Mädchens erst der Anfang von Elaras ganz persönlichem Albtraum.

Quelle: (Klappentext, redrum-verlag.de)
Handlung:

Während der pädophile Norbert sich seinen Gelüsten und Trieben ergibt und sich mit seinen kindsähnlichen Sexdolls vergnügt, kämpft Elara, Mutter eines Mädchens im Schulkindsalter, tagtäglich mit ihren Albträumen und bemüht sich trotz alledem eine gute Mutter zu sein.

Als sie eines Morgens ein Mädchen aus der Klasse ihrer Tochter tot auffindet, beginnt nicht nur ihr Leben völlig aus dem Ruder zu laufen ….


Meine Einschätzung

Paraphil. Ich höre dieses Wort und denke darüber nach, was es genau bedeutet und in welchem Zusammenhang es mit diesem Buch steht. Um mich etwas schlau zu machen, habe ich natürlich im Internet genauer gesagt Onkel Google gefragt und Folgendes zu diesem Begriff gefunden:

„Die Paraphilien bezeichnen sexuelle Neigungen, die deutlich von der empirischen Norm abweichen. Dazu zählen insbesondere ausgeprägte und wiederkehrende sexuelle Fantasien, Bedürfnisse oder Verhaltensweisen, die sich auf unbelebte Objekte (sexueller Fetischismus), Schmerz, Demütigung, nicht einverständnisfähige Personen wie Kinder oder auf Tiere beziehen.

Paraphilien wurden lange Zeit überwiegend als krankhaft betrachtet. Mit der Veröffentlichung des DSM-5 im Jahr 2013 wird ihnen nicht mehr grundsätzlich Krankheitswert zugeschrieben, sondern nur noch dann, wenn sie bei der betroffenen Person mit Leidensdruck einhergehen oder nicht sozialverträglich sind, also die Gesellschaft schädigen. Unterschieden wird heute zwischen der nicht pathologischen Paraphilie (paraphilia) und der pathologischen paraphilen Störung (paraphilic disorder).“

              Quelle: (wortwörtlich übernommen von https://de.wikipedia.org/wiki/Paraphilie)

Paraphilie kann in den unterschiedlichsten Formen auftreten u.a. auch in der Form der Pädophilie, um der es in Pawlowskis zweites Werk „Paraphil“ geht. Dieses aktuelle und auch derzeit in den Medien oft verbreitete Thema als Mutter einer jungen Tochter aufzugreifen und darüber zu schreiben, bedeutet viel Überwindung und in meinen Augen auch Hochachtung und Respekt. Die Autorin möchte mit ihrem Thriller nicht unbedingt die Leser unterhalten, sondern auf ein Thema aufmerksam machen, vor dem man nicht die Augen und Ohren verschließen sollte, und verdeutlicht auch in ihrem Vor- und Nachwort, dass diese Umstände nicht weit weg von einem existieren, sondern auch mitten unter uns.  In ihrem Thriller behandelt sie nicht nur die pädophilen Triebtäter, sondern zeigt auch auf, dass es für Pädophile mittlerweile auch eine andere Lösung gibt, ihren Lüsten und Neigungen nachzugehen, den sogenannten Kinder-Sexpuppen. Das sind sogenannte Sexdolls, die nach Bildern von jungen Kindern gefertigt worden sind, an denen die Erwachsenen dann all ihre Lust und Neigungen ausleben können, um sich nicht an echten Kindern zu vergreifen – theoretisch. Leider wirkt natürlich diese Theorie nicht bei allen pädophil veranlagten Menschen, sondern steigert sogar noch die Lust auf lebendige und echte Kinder, auf warmes Fleisch. Und diese Leute geben sich ihren Trieben hin, vergreifen sich an echten Kindern und werden somit zu Tätern. Auch „Paraphil“ behandelt einen solchen Fall.

Keine langes Gerede und schonungslos wirft die Autorin den Leser ins Geschehen und zugleich den Löwen zum Fraß vor. Er lernt direkt Norbert, einen der Protagonisten aus dessen Sicht auch die Handlung erzählt wird, und seine sexuelle Neigung zu seinen kindsähnlichen Sexdolls kennen. Und schon leuchtet die Alarmglocke „Pädophil“ und für meine Verhältnisse hoffte ich nur, dass er seinen Trieb nicht an echten und fröhlichen Kindern auslebt. Seine Art, so schmierig, eklig, hat mich schon vom ersten Satz angewidert. Ich glaub auch jeden anderen Leser wäre dieser Mensch von Anfang an unsympathisch.

Um ihre Leser nicht länger in Aufruhr zu bringen, wechselt die Autorin direkt in eine andere Szene, in der wir die zweite Protagonistin Elara kennen lernen. Sie ist Mutter einer Tochter im Grundschulalter, getrennt von ihrem Ehemann und durchlebt jede Nacht denselben Albtraum. Geplagt mit ihren Träumen und Sorgen um ihre Tochter führt sie ein psychisch sehr chaotisches Leben, was sich auch auf ihren Alltag und ihr Verhalten schlägt. Hier kann diese zerbrochene Frau schon einen wirklich Leid tun, da sie sich stets bemüht, eine gute Mutter zu sein, es aber am Ende doch nicht so hin bekommt, wie sie es möchte.

Dieser stetige Wechsel zwischen den Erzählperspektiven zwischen Norbert, dem pädophilen Triebtäter und Elara, der chaotischen, mit Sorgen und Albträumen geplagten Mutter, sorgt für Spannung und macht u.a. die Geschichte interessanter. Man lernt die Personen besser kennen und verstehen, erfährt immer mehr über ihre Gefühle und Gedanken und ihre Verbindungen zu den anderen Charakteren. Auch zwischen den beiden Protagonisten besteht eine Verbindung….doch in welcher Art und Weise werdet ihr erfahren, wenn ihr das Buch lest. Tja und meine Hoffnung zu Beginn dieses Buches wurde gnadenlos getötet. Wer hier keine Achterbahnfahrt der Gefühle oder ein Karussell der Emotionen erlebt, der hat keine Gefühle! Mit ihrer wirklich meisterhaft umgesetzten Darstellung des Themas, bei der man ihre gute Recherche aus den Seiten herauslesen kann, ihrem spannenden, schonungslosen und knallharten aber auch realistischen Stil, der sich zu ihrem Debüt „Der Schlächter“ ziemlich gesteigert und verbessert hat, kitzelt sie nicht nur die verschiedensten Emotionen des Lesers hervor, sondern spielt auch regelrecht mit der Psyche.  Wie viel hält der Leser aus? Schafft er es, das Buch zu Ende zu lesen oder muss er sich seinen Gefühlen geschlagen geben? Wird er über diese Geschichte nachdenken und sich mit diesem Thema auseinandersetzen und andere darauf hinweisen, oder hat ihn das alles komplett überfordert?

Doch nicht nur der Psychoanteil dieses Buches schockt, den Leser, nimmt ihm den Atem und raubt ihm den Verstand, sondern auch die brutale dennoch realistische Darstellung der Geschehnisse lässt das Blut in den Adern gefrieren. All die Schauplätze, Personen und Handlungen sind so detailliert beschrieben, dass man sich selbst schon in der Geschichte wiederfand und alles am eigenen Leib spüren konnte. Jedes Gefühl, jeder Schlag, jede Tat und jeder Schmerz waren so greifbar nah und spürbar. Dabei sind die Gewaltszenen in keinster Weise überzogen, sondern spiegeln die Brutalität wieder, die es leider auch in unserer realen Welt gibt.  Darum finde ich, dass dieser Thriller ein Meisterwerk ist, da er so realistisch geschrieben ist, dass man immer wieder denkt, dass diese Geschichte einer wahren Begebenheit entspricht.

Auch die Ausarbeitung der verschiedensten Charakteren ist der Autorin hervorragend gelungen. Besonders die Darstellung des pädophilen Norberts hat meinen Vorstellungen eines Pädophilen entsprochen und auch der Name finde ich passt einfach irgendwie :D. Hier schon einmal an großes Sorry an alle Männer, die Norbert heißen  😀

Fazit / Wertung

„Mit Paraphil“ hat die Autorin ein wahrhaftes Meisterwerk geschaffen, da sie ein regelrecht schwieriges und brisantes Tabuthema angesprochen und in eine tolle Geschichte mit Warn-, Hinweis- Nachdenkfaktor, umgesetzt hat. Auch stilistisch hat sie sich zu ihrem Debüt „Der Schlächter“ rasant gesteigert und verbessert. Man merkt, dass sie an sich und ihrer Art und Weise zu schreiben gearbeitet hat und das Ergebnis lässt sich wirklich gut sehen und lesen.

Sie hat uns deutlich vor Augen geführt wie schrecklich, grausam, hasserfüllt und abgrundtief böse die menschliche Seele sein kann. Und besonders über dieses Thema sollte man nie die Augen und Ohren schließen!! Der Missbrauch egal in welcher Form an Kindern ist eigentlich für jeden von uns sichtbar, wenn wir mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen! Schaut und hört nicht weg! Es könnten auch Eure Kinder sein!

Ich persönlich finde, dass dieses Buch absolut lesens- und empfehlenswert ist und auch eins meiner Lesehighlights 2019. Aber nicht wegen des Themas, sondern wegen der richtig guten Umsetzung und wie oben schon geschriebenen den Warn-, Hinweis- und Nachdenkfaktoren! Denn dieses Thema als Mutter anzusprechen, kostet viel Überwindung und verdient hohen Respekt! Ich persönlich finde es gut, dass sich Autoren und besonders Autorinnen trauen, in ihren Büchern auf dieses Thema deutlich hinzuweisen! Auch wenn der gutgläubigste Mensch es nicht wahrhaben will, aber leider gibt es den Missbrauch in jeder Form an Kindern und leider ist dies auch in der heutigen Zeit kein seltener Fall mehr!

Hut ab!

Leser, die aus verschiedensten Gründen über dieses Thema nicht lesen können oder  keine starken Nerven oder Psyche haben, sollten sich dieses Buch  besser nicht zulegen, auch wenn es hier eigentlich nicht zur Unterhaltung dient!

Ich vergebe daher 10 skull-and-crossbones-fake-tattoos-j-e1521932203637von 10skull-and-crossbones-fake-tattoos-j-e1521932203637

Info:
Meine Wertungspunkte vergebe ich in Totenköpfen von 1-10, wobei 1 sehr schlecht und unterhaltsam und 10 entsprechend sehr empfehlenswert und unterhaltsam ist.

Zu guter Letzt bedanke ich mich recht herzlich bei dem Redrum Verlag insbesondere bei Jacqueline Pawlowski für die Zurverfügungstellung eines Rezensionsexemplars und dem damit mir gegenüber entgegengebrachten Vertrauen. Diese Tatsache beeinflusst aber in keinster Weise mein persönliches Leseempfinden.

 

Produktinformation

  • Taschenbuch: 230 Seiten
  • Verlag: Redrum Books (11. Juli 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3959578653
  • Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 1,5 x 20,3 cm
  • Preis: 14,99 €

Quelle: (Redrum-Verlag.deAmazon)

 

Über die Autorin

Jacqueline Pawlowski
Jacqueline Pawlowski wurde am 02.12.1988 in Krefeld geboren und lebt gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihrer kleinen Tochter seit sechs Jahren in der kleinen Stadt Waltrop.
Seit ihrer frühen Kindheit schreibt die gelernte Bürokauffrau leidenschaftlich gerne und brachte im April 2018 ihr Debüt »DER SCHLÄCHTER« heraus. Das Buch erschien im Dezember bei REDRUM BOOKS in überarbeiteter Neuauflage.
Mit ihren Geschichten möchte Jacqueline den Leser zum Nachdenken bringen und lässt dafür in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele blicken.

Sie liebt und lebt den Thrill!

Quelle: (wortwörtlich übernommen von Redrum-VerlagAmazon)
Fotoquelle: (https://www.redrum-verlag.de/paraphil.html)

 

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