Blut Tinte by Hagen Thiele

Bkut Tinte

Klappentext / Inhalt

Horror-Autor Markus Krüger hat seinen kreativen Zenit längst überschritten. Während er noch voller Hoffnung an seinem neuen Buch. „Die Klinik“ schreibt, kündigt sein Verlag die Zusammenarbeit mit ihm. Ohne jedes Vorzeichen tritt plötzlich ein Unbekannter in Krügers Leben. Dieser verspricht dem erfolglosen Autor einen Ausweg aus seiner misslichen Lage. Dafür soll Krüger den Fremden auf einer Reise begleiten, die ihm genug Inspiration bietet, um wieder wahrhaft erschreckende Literatur zu verfassen. Obwohl der Autor rasch erkannt, dass dieser Unbekannte ihn an eine seiner Romanfiguren erinnert, willigt er ein. Eine grauenvolle Odyssee beginnt.

Quelle: (Klappentext, hagen-thiele.de)

Inhalt:
Stellen Sie sich vor, Sie sind Schriftsteller. Genauer gesagt Horrorautor und Ihre kreativen Ideen und Zeiten sind schon längst Vergangenheit. Ihr Verleger ist unzufrieden, dazu auch noch geldgierig und macht Ihnen noch Druck, dass das Werk schneller entstehen soll, da der Termin für die Veröffentlichung vorverschoben worden ist.  Und aus heiterem Himmel kündigt er plötzlich jegliche Zusammenarbeit und den Vertrag für Ihr neues Werk. In Ihrer Hoffnungslosigkeit tritt plötzlich ein völlig unbekannter Fremder in Ihr Leben, der bereit ist, Ihnen zu helfen – unter einer Bedingung: Sie begleiten ihn auf einer Reise, die Ihnen jegliche Inspiration und Idee erbringen wird, sodass Sie Ihr Werk mit der Begeisterung wie in Ihren frühen Werken beenden können. Doch  wer ist eigentlich dieser Unbekannte und wohin führt Ihr Weg?

Meine Einschätzung

Ich lese das Wort „Blut Tinte“ und ein typischer Horrorroman schwebt vor meinen Augen. Ohne jegliche Informationen zu haben, habe ich mir schon gedacht, dass der Protagonist ein Schriftsteller sein wird. Allerdings habe ich mir eine etwas andere Geschichte vorgestellt. Zudem ist „Blut Tinte“ auch kein typischer Horrorroman, wie ich es im Laufe der Geschichte feststellte.

Die Grundidee und die Story an sich sind wirklich toll und sehr einfallsreich, aber mich persönlich hat dann die Umsetzung nicht ganz so begeistert. Der Autor hat einen sehr anspruchsvollen und außergewöhnlichen Stil, den ich eigentlich ganz gut finde, der aber ein wenig den Einstieg ins Buch erschwert hat. Denn durch die komplexe Sprache und der Verschachtelung  von Sätzen, die ganz bestimmt zur Ausdrucksweise des Protagonisten Krüger passt, kommt für mich persönlich kein richtiger Lesefluss auf und man muss sich extrem auf das Buch konzentrieren, was nach einem langen und anstrengenden Arbeitstag nicht gerade einfach ist. Aus diesem Grund musste ich die ein oder andere Passage erneut lesen. Der Autor baut die Handlung langsam auf, indem er sich für seine Charaktere Zeit nimmt und sie und ihr Handeln ausführlich vorstellt. Ich finde es nicht schlecht, wenn ein Autor seinen Charakteren Tiefe verleiht, allerdings baut sich besonders in diesem Fall recht langsam eine Spannung auf. Auch die sehr ausgeschmückten und detaillierten Beschreibungen führen teilweise dazu, dass man sich zwar alles gut vorstellen kann und die ganze Zeit ein Bild vor den Augen hat, die Geschehnisse für mich persönlich aber in die Länge gezogen wurden.  Daher habe ich hin und wieder dann das Buch erst einmal zur Seite gelegt, mir eine Verschnaufpause gegönnt und dann weitergelesen. Denn durch die Einbauung sonderbarer Geschehnisse hat der Autor es geschafft, dass man trotzdem nicht den Lesereiz verliert und wissen möchte, wie es mit den Charakteren insbesondere der Geschichte weitergeht.

Mit dem Hauptteil beginnt die Inspirationsreise des Schriftstellers Krügers und der Autor verführt den Leser in eine von ihm mit Liebe konstruierten Parallelwelt. Hier schlägt das Herz eines Fantasyfan höher, denn die Umgebung und Figuren sind wirklich malerisch dargestellt und mit High-Fantasy-Elementen bestückt. Die Handlung nimmt nun Fahrt auf und die Spannung steigt. Allerdings schweift auch hier der Autor hin und wieder aus und es wird extrem fantasylastig und ich muss gestehen, dass mich die ganzen Geschehnisse nicht so begeistert bzw. geflasht haben wie z.B. andere Leser. Umso erfreulicher waren die einzelnen Grusel-und Mystikszenen  und der steigende Wahnsinn des Protagonisten. So allmählich kommt hier der Horror raus und mein Horrorherz schlägt höher *-*. Die Ereignisse überschlagen sich und enden schließlich in einem explosiven finalen Showdown, so wie ich es liebe. Aber ist dies schon das Ende?? Man weiß es nicht …

Die Charaktere sind wirklich intensiv, sehr gut und mit viele Liebe ausgearbeitet. Jede Person ist für sich außergewöhnlich, individuell mit eigenem Ausdruck und zeigt seine eigenen Macken und Verhaltensweisen am Tag. Der Autor verleiht ihnen Tiefe, veranschaulicht ihre Gedanken und Gefühle und sie wirken dadurch sehr authentisch. Der Leser konnte somit eventuell auch eine Person und ihre Handlungen besser verstehen. Für mich persönlich gab es keinen Sympathieträger, komischerweise auch nicht unter den Bösen.  Die Story und das Gesamtpaket der gebotenen Charaktere machen in meinen Augen diesen Roman aus.

Fazit / Wertung

„Blut Tinte“ ist ein recht solider Fantasy-Horror-Roman, indem die Fantasyelemente aufgrund des Hauptteils überwiegen. Wie oben schon erwähnt ist die Grundidee und die Story wirklich gut und einfallsreich, aber leider konnte mich die Umsetzung nicht ganz so begeistern, wie anfangs gehofft. Der Schreibstil des Autors ist recht anspruchsvoll und verlangt vom Leser volle Konzentration und Öffnung für die Geschichte, der hin und wieder das Lesen beeinträchtigt hat aber dennoch mag ich ihn. Meiner Ansicht nach hätte sich der Autor allerdings einige ausführliche und ausgeschmückte Beschreibungen sparen können, da sich die Story so hin und wieder gezogen hat und an Spannung verlor. Da ich selten Fantasy lese, war ich trotz der gut dargestellten Entwicklung des Wahnsinns des Protagonisten und der eingebauten Horrorelemente, überhaupt nicht vom Hauptteil und damit dem wichtigsten Teil dieser Story überwältigt bzw. geflasht. Umso besser und genialer fand ich dafür den Schluss :).

Dies ist meine persönliche Meinung und andere Leser können und werden natürlich anders empfinden. Im großen und ganzem ist „Blut Tinte“ ein solider Fantasy-Horror-Roman und für Grusel- und Fantasyfreunde geeignet 🙂

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Zur Info:
Meine Wertungspunkte vergebe ich in Totenköpfen von 1-10, wobei 1 sehr schlecht und ununterhaltsam und 10 entsprechende sehr empfehlenswert und unterhaltsam ist.

Zu guter Letzt bedanke ich mich recht herzlich bei Hagen Thiele für die Zurverfügungstellung dieses Leseexemplar und dem damit mir gegenüber entgegengebrachten Vertrauen. Diese Tatsache beeinflusst aber in keinster Weise mein persönliches Leseempfinden.


Produktinformation

  • Taschenbuch: 323 Seiten
  • Verlag: Independently published (13. Januar 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-1793278296
  • Größe und/oder Gewicht: 14 x 1,9 x 21,6 cm
  • Preis: 12,99 €

Quelle: (Amazon)

Über den Autor

Hagen Thiele

Hagen Thiele wurde 1988 in Wuppertal geboren und studierte dort Germanistik, Politikwissenschaft und Editions- und Dokumentwissenschaft. Während seines Studiums schrieb er als freier Journalist für die Rheinische Post und heutet arbeit er als PR-Redakteur.

Bereits in seiner Schulzeit schrieb Thiele und veröffentliche im Rahmen eines Wettbewerbs das Buch „Das Vorzimmer“, inspiriert von Dantes Göttlicher Komödie.

Es folgten Kurzgeschichten und ein Fußballkrimi in lokalen Verlagen.

Mit „Blut Tinte“ erfüllte Hagen Thiele sich den Wunsch, einen düsteren und anspruchsvollen Roman zu veröffentlichen, der im Spannungsfeld zwischen Fantasy und Horror liegt. Der Nachfolger mit dem Titel „Der Sammler“ ist in Arbeit.

Inspiration holt sich der Autor direkt vor seiner Haustür, wenn er in der Natur unterwegs ist. Daher spielen oft tiefe Täler und dichte wälder Hauptrollen in seinen Geschichten.

Quelle + Fotoquelle: (hagen-thiele.de)

 

Hier noch der Trailer zum Buch

 

Quelle: (Youtube)

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