Banhabarus – Die Andere Seite by Timo Koch

Banhabarus - Die andere Seite

Klappentext / Inhalt

Seit Jahrtausenden herrscht im Verborgenen ein erbitterter Krieg. Unbeobachtet von der restlichen Menschheit kämpfen die Geheimorganisationen der Banhabea gegen die der Druiden. Als es den Banhabea gelingt, die letzte Erbin nach ihrem Codex zu formen, scheint das Schicksal besiegelt. Sie wird in der Lage sein, den grausamen Gott Banhabarus auferstehen zu lassen und damit den Sieg zu erringen.

Sylima Vonlanthens Weg wurde vorherbestimmt. Aber ist es wirklich ihr eigener? Kann ein Mensch von Geburt an böse sein oder hat sie die Macht, ihre Schicksalsfäden neu zu weben, wenn Liebe, Vertrauen und Verrat so dicht beieinander liegen?

Quelle: (Klappentext, Chaospony Verlag, Skriptkueche.de)


Inhalt:
Während eines seit Jahrtausend herrschenden Krieg zwischen den Banhabea und den Druiden fernab und verborgen vor jedem menschlichen Auge, wächst Sylima, die letzte Erbin, heran und wird von den Banhabea nach ihren Vorstellungen und insbesondere nach ihrem Codex geformt, denn sie wird die einzige sein, die ihren Gott Banhabarus auferstehen lassen und somit den endgültigen Sieg über die Druiden erringen kann.

Dabei stellt sich früh heraus, dass ihr Weg vorherbestimmt ist. Doch wird sie diesen fortführen oder ihren eigenen Willen folgen und ihren eignen Weg weben? Wer ist Freund und wer ist Feind? Wem kann sie noch vertrauen?…

Meine Einschätzung

Von den ersten Worten an verzaubert und von der Handlung so gefesselt, dass ich unbemerkt immer tiefer in die Geschichte versinke. Ein Entkommen? Unmöglich! Ich spüre die prickelnde Gänsehaut auf meiner Haut, sie läuft mir eiskalt den Rücken hinunter. Die Atmosphäre benebelt mich, lässt mich all die Emotionen, Gefühle und Handlungen spüren, raubt mir den Atem, wenn nicht sogar den Verstand. Es ist nicht mehr nur ein Film in deinem Kopf, sondern du bist mittendrin. Du bist nicht der außenstehende Leser, sondern du bist eine handelnde Person. Spannung pur, deine Nerven spielen verrückt und deine Gefühle fahren Achterbahn. Am Ende ein erleichterndes Aufatmen, aber auch ein trauriges „Warum ist es denn schon vorbei?“…

Dieses einzigartige, bezaubernde und unglaubliche Leseerlebnis hat mir der Autor mit „Banhabarus“ beschert. Ich muss zugeben, dass ich immer noch ein wenig benebelt, fasziniert und sprachlos bin, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Dieser Urban-Fantasy Roman überzeugt nicht nur mit Spannung, gut ausgearbeiteten Charakteren und dem Händchen eine geheimnisvolle Atmosphäre zu erschaffen, sondern auch einer tollen Story und einem komplexen und geschickt konstruierten Aufbau der Handlung. Dies verleiht „Banhabarus“ zusätzlich zu dem wunderbaren Schreibstil des Autors noch mehr Anspruch und Niveau. Aber auch für Abwechslung und Spannung sorgt der Autor, indem er gekonnt Zeitsprünge und Szenenwechsel einbaut und der ganzen Handlung ein wenig Thrill und Pep verleiht.

„Banhabarus“ ist der zweite Teil der Aaranai-Triologie, der allerdings unabhängig von „Aaranai“ gelesen werden kann. Während „Aaranai“ sich hauptsächlich mit der „guten Seite“ und in diesem Sinne mit den Protagonisten Nico und Janette und dem Aufeinandertreffen und der Kämpfe zwischen Gut und Böse beschäftigt, setzt sich „Banhabarus“ mit der „bösen Seite“ auseinander. Hier wird besonders intensiv die Entwicklung der Antagonistin Sylima und die Planungen und Handlungen der Banhabea aufgezeigt. Ich persönlich finde diese Idee wirklich toll und interessant. Denn so werden einige Fragen, die eventuell in Aaranai aufgekommen sind, erläutert und beantwortet. Zumal finde ich es auch interessant zu erfahren, wie jemand zu der Person geworden ist, die er zum Zeitpunkt gerade ist.

Von Beginn an verzaubert der Autor den Leser und entführt diesen still und leise mit seiner bild- und lebhaften Erzählweise und seiner Liebe zum Detail immer tiefer ins Geschehen. Eine Entkommen ist unmöglich! Man hängt ihm förmlich an den Lippen und ehe man sich versieht, ist man mitten im Geschehen – man handelt selbst.  Mit wenigen Worten und einem stetig steigenden Tempo baut der Autor Spannung auf, die ständig steigt und bis zum Ende des Buches bestehen bleibt. Im Gegensatz zu Aaranai hat er in der Darstellung und Beschreibung der explosiven Szenen und der Brutalität eine Schippe drauf gelegt, jedoch übertreibt es nicht oder lässt zu einem Splattereffekt ausschweifen. Dies würde zum einen nicht zu der Geschichte passen und zum anderen ist auch nicht der Stil des Autors. Zudem hat der Autor wie einige seiner Autorenkollegen wahrhaftig ein Talent, verschiedene Atmosphären zu erschaffen, die immer der Situation entsprechen. Er spielt mit den Emotionen der Leser, indem er sie mitleiden, mitfiebern, mitfühlen, hoffen und handeln lässt. Die Wendungen und Überraschungsmomente sind geglückt und durch die Einbauung eines Ermittlerteams hat dieser Urban-Fantasy-Roman auch etwas von einem Krimi, wenn nicht sogar einem Thriller. Dies verdeutlicht wieder, wie facettenreich und wandelbar der Schreibstil des Autors ist.  Wie auch schon in Aaranai legt der Autor hier besonders Wert auf die Charakterisierung der Figuren und der Beschreibung ihrer Entwicklung, Gedanken, Gefühle und Handlungen.

Die einzelnen Charaktere wurden sehr gut ausgearbeitet und detailliert beschrieben. Man hat ihre Eigenschaften, ihren Charakter und ihre Handlungsweisen und dessen Hintergründe im Laufe der Geschichte kennengelernt. Obwohl einige von ihnen durchaus überirdische Kräfte besitzen, sind sie dennoch sehr authentisch mit realistischen Charakterzügen dargestellt, sodass man sich gut in sie hineinversetzen  und ihre Art und Weise zu denken oder zu handeln verstehen konnte.

Vor allem ist hier Sylima unheimlich gut und stark gezeichnet und ihre Entwicklung mehr als nur hervorragend ausgearbeitet. Sie ist die letzte Erbin nach dem Tod ihrer Eltern, die den grausamen und machtgierigen Gott Banhabarus der Banhabea auferstehen lassen und somit den endgültigen Sieg über ihre Feinde der Druiden erringen kann.  Die Banhabea formen ihre Persönlichkeit nach ihren Vorstellungen und nach ihrem Codex, bis ihre Kräfte und die Bindung zu Banhabarus immer stärker wurde. Dennoch schreibt der Autor auch Sylima schwache Momente und Zerissenheit zu und  lässt auch sie das Gefühl der Liebe empfinden und spüren. Allerdings muss sie auch die Kehrseite des Lebens ertragen: Verrat, Intrigen, Misstrauen und Betrug. Mit der Person Sylima möchte der Autor verdeutlichen, wie sich eine Person verändern, kann wenn er nur Schlechtes erfährt und gerade von seinen engsten Vertrauten und Liebsten ziemlich arg verletzt wird. Aber natürlich kann auch ein Mensch durch andere so manipuliert werden, dass dieser demjenigen alles glaubt,  auch wenn nicht alles der Wahrheit entspricht, und dadurch bereit ist, alles für den Drahtzieher zu tun. Er zeigt hier, dass niemand böse geboren wird, sondern sich aufgrund seines Umfelds und seiner Erziehung und Erlebnisse zu dem Menschen entwickelt, der er ist und dies kann u.a. ein bösartiger Mensch sein.

Zum Abschluss noch ein paar wenige Worte zum Cover: Leider gefällt es mir dieses Mal nicht so gut wie bei Aaranai, denn hier soll die Dame wohl Sylima darstellen und gibt ihr somit ein Aussehen, was meiner persönlichen Vorstellung überhaupt nicht entspricht  und vielleicht dem ein oder anderen die Illusion und Vorstellung dieser Person nimmt. Daher hätte ich persönlich nur die Darstellung einer Silhouette in einem Amulett mit roten Blitzen besser und geheimnisvoller gefunden.

Aber auch die Druckqualität war bei meinem Exemplar von Banhabarus leider auch nicht besonders gut, da häufiger Buchstaben nicht korrekt gedruckt wurden oder sich so Punkte in diesen Buchstaben befanden. Auch der Umschlag blättert trotz sorgfältigem und vorsichtigen Lesen an den Ecken ab. Aber das hier ist halt Bemängeln auf hohem Niveau und hat überhaupt nichts mit der Qualität der Geschichte zu tun.

Fazit / Wertung

Jetzt habe ich schon viel geschrieben und bin immer noch geflasht und sprachlos. Einfach nur WOW! Banhabarus selbst ist eine wirklich hammergeile und tolle Geschichte, die alles beinhaltet, was das Herz begehrt. Der Autor hat sich zu Aaranai noch einmal enorm gesteigert und eine ganze Schippe voll Emotionen, Spannung, Handlung und Thrill drauf gelegt. Aaranai hat mich schon richtig begeistert aber Banhabarus ist ein echtes Lesehighlight. Man ist wirklich vom ersten Wort und dem ersten Atemzug bis zum letzen Wort in der Geschichte gefangen, ja man erlebt sie selbst. Da ich Bösewichte liebe und Sylima mir schon in Aaranai sympatisch war, ist sie mir in Banhabarus wirklich sehr ans Herz gewachsen ……nein, ich liebe sie einfach <3. In diesem zweiten Teil hat der Autor wieder einmal bewiesen, wie facettenreich und wandelbar, aber auch mitreißend und bezaubernd sein Stil ist.

Wer Aaranai und Banhabarus nicht kennt, sollte es unbedingt lesen!!! Auch wenn du kein Fantasyleser bist, solltest du es unbedingt lesen!! Lass dich nicht vom Genre abschrecken, denn die beiden Teile sind wirklich brillant ❤

Für dieses Lesehighlight vergebe ich  10skull-and-crossbones-fake-tattoos-j-e1521932203637 von 10skull-and-crossbones-fake-tattoos-j-e1521932203637

Zur Info:
Meine Wertungspunkte vergebe ich in Totenköpfen von 1-10, wobei 1 sehr schlecht und ununterhaltsam und 10 entsprechende sehr empfehlenswert und unterhaltsam ist.

Zu guter Letzt bedanke ich mich recht herzlich bei Timo Koch für die Zurverfügungstellung eines Rezensionsexemplars und dem damit mir gegenüber entgegengebrachten Vertrauen.
Diese Tatsache beeinflusst aber in keinster Weise mein persönliches Leseempfinden.

Produktinformation

  • Taschenbuch: 298 Seiten
  • Verlag: Chaospony Verlag; Auflage: 1 (21. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3-947682-05-8
  • Preis: 14,00 €

Quelle: (Chaospony Verlag)

Über den Autor

A1YqR-H-p7L._UX250_Timo Koch wurde 1979 geboren. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Da er beruflich eher technisch und analytisch orientiert ist, sucht und findet er den notwendigen Ausgleich in der Literatur. Er schreibt mit Vorliebe Urban Fantasy – und Horrorgeschichten. Inzwischen hat er aber auch schon die ein oder andere Kurzgeschichte zum ganz normalen, zwischenmenschlichen Wahnsinn verfasst. Das ist ja auch nicht so weit entfernt vom Horror…
Auch einige Drehbuchprojekte sind in Arbeit.
Timo Koch leitet zudem noch einen literarischen Kreis (www.offenautorenkreisreken.de) und engagiert sich in der Literaturförderung. Er arbeitet immer mal wieder mit anderen Autoren und Künstlern an diversen Projekten, wie z.B. an einer Anthologie, deren Verkaufserlös der Aktion Lichtblicke e.V. gespendet wird.

Quelle: (Skriptkueche.deAmazon)
Fotoquelle: (Skriptkueche.de)

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