Die Familie des Wurdalak by Alexei Konstantinowich Tolstoi

Die Familie des Wurdalak

Klappentext / Inhalt

Ein französischer Adeliger reist in diplomatischer Mission durch die Ländereien jenseits der Moldau. Als er notgedrungen in einem serbischen Dorf rasten muss, lernt er die schöne Zdenka kennen und verliebt sich in sie. Doch die junge Frau und ihre Familie schweben in großer Gefahr, denn die Gegend wird von einem Wurdalak, einer besonders heimtückischen Art von Vampir, heimgesucht.

Bereits seit über hundert Jahren zieht die Schauergeschichte des russischen Schriftstellers Alexei K. Tolstoi die Menschen in ihren Bann. Längst gilt „Die Familie des Wurdalak“ als ein Klassiker des Genres, der mit dieser Veröffentlichung als bibliophile Ausgabe vorliegt.

Quelle: (Klappentext, Pandämonium-Verlag.de)

Inhalt:
Auf seiner Missionsreise durch die Ländereien jenseits der Moldau bricht der extreme Winter ein und ein französischer Adliger, der sogenannte „Marquis“muss notgedrungen in einem serbischen Dorf pausieren. Allerdings ahnt er nicht, was für ein unheimliches Ereignis ihn begleiten wird. Denn die Dorfbewohner fürchten sich und warnen ihn vor dem Wurdalak, einem heimtückischen Vampir, der dort sein Unwesen treiben soll. Dass dies der Wahrheit entspricht erlebt er mit eigenen Augen, denn die Familie, in der er  Unterschlupf gefunden hat, wird von diesem heimgesucht ….


Meine Einschätzung

Es ist abends, es wird immer dunkler und die stille Nacht naht. Du kannst nicht schlafen und liegst wach im Bett und starrst an die Decke. Möchtest du dich nicht eigentlich mal wieder richtig gruseln? Die Angst förmlich spüren? Dann begleite einen französischen Adligen auf seiner unglaublichen Reise …

Zum Einstieg in die Geschichte verführt der Autor den Leser in einen zur damaligen Zeit – wir haben 1815 – üblich geselligen Abend, an dem sich die Beteiligten die wildesten und unglaublichsten Geschichten erzählen. Vorab füttert uns der Autor mit Hintergrundwissen über die üblichen Gebräuche und Sitten der damaligen Zeit, zu denen unter anderem das gesellige Zusammensitzen am Kamin gehört. Mit sehr viel Charme lässt der Autor den Protagonisten zu Wort kommen, der über seine schaurigen und unglaublichen Erlebnisse auf seiner diplomatischen Missionsreise berichtet. Schon nach wenigen Worten kristallisiert sich die einzigartige aber wundervolle Art und Weise des Autors zu schreiben heraus. Durch seinen altertümlichen und schon leicht poetischen Schreibstil hang ich nicht nur förmlich an den Lippen des Protagonisten, sondern war direkt verzaubert. Plötzlich verschwindet alles um dich herum, verloren in einem Meer vor Schwärze, erwachst du in einem altertümlichen Dorf, indem ein starker Schneesturm tobt, auf. Dir ist eiskalt und je länger du draußen bist, droht die Gefahr zu erfrieren, sodass du dich zitternd und mit den letzten Kräften zu einem nahe gelegenem Häuschen schleppst. Mit gut gewählten Worten und der lebhaften Beschreibung der Ereignisse bist du mitten in der Geschichte drin. Du erlebst sie selber, spürst es am eigenen Leib und fühlst es. Da! Ein Geräusch…nein Schritte…direkt vor deinem Fenster…da schaut doch einer zu dir herein. Dein Herz pocht, dein Puls rast und die Angst steigt dir zum Hals hinauf. Der kalte Schweiß auf deiner Haut lässt dich erschaudern. Es ist einfach erstaunlich, mit welcher fassenden Erzählkraft und nahezu ohne Gewaltszenen und  Blutvergießen der Autor eine unheimlich schaurige, düstere und beklemmende Atmosphäre er erschafft. Gekonnt zieht er die Fäden, die dem Leser den Verstand und Atem rauben und baut mit kleinen Schauermomenten eine kaum auszuhaltenden Spannung auf. Aber hin und wieder zeigt er auch Erbarmen und lässt den Leser erleichtert aufatmen. Denn in den wunderschön und träumerisch gestalteten Szenen der Romantik (nein hier geht es jetzt ausnahmsweise mal nicht um Sex) zeigt er sein poetisches Talent und lässt den Leser träumen. Ja, man kann sagen Tolstoi ist ein Meister der Stimmung und Atmosphären. Ich kenne kaum einen Autor, der sie so brillant ineinander verschmelzen lässt, dass sie nicht abrupt wirken. Ein wirklich großes Talent.

Mit viel Liebe und Charme hat er die unterschiedlichsten Personen geschaffen, hervorragend ausgearbeitet und ihren Gefühlen und Gedanken Ausdruck gegeben. Auch hier hat er wieder bewiesen, wie facettenreich und vielseitig seine Fantasie und sein Stil ist anhand der Komplexität von Gut und Böse. Hier gefiel mir besonders die Darstellung der Zerrissenheit der bezaubernden Zdenka.

Die Aufmachung und Qualität diese Buches sind wirklich überragend. Besonders die schönen und mit viel Liebe zum Detail gefertigten Illustrationen von Daniel Brandt sind durchaus hervorragend, erfrischend und bilden einige Szenen dieser wunderbaren Vampirgeschichte.

Fazit / Wertung

„Die Familie des Wurdalak“ ist eine unglaublich fantastische, stimmungsvolle und schaurige Vampirgeschichte, die einem förmlich die Geschehnisse selbst erleben lässt. Durch gut gewählte Worte und einem einzigartigen bezaubernden altertümlichen und leicht poetischen Schreibstil des Autors bist du völlig in seinem Zauber gefangen. Er hat ein Talent die unterschiedlichsten Stimmungen und Atmosphären zu schaffen, sie ineinander zu verschmelzen, ohne jegliche extreme Beschreibung und Darstellung. Ja, er ist wahrhaftig ein Meister, naja war, da er doch schon vor langer Zeit verstorben ist.

„Die Familie des Wurdalak“ist eine Vampirgeschichte wie ich sie liebe ohne jegliche Klischees und Schnick und Schnack. Sie hat mich von Anfang an verzaubert und mir ein besonderes Leseerlebnis, nein sogar ein Lesehighlight verschaffen.

Daher gibt es von mir eine klare Kauf- und Lesempfehlung.

für dieses Lesehighlight vergebe ich 10 skull-and-crossbones-fake-tattoos-j-e1521932203637von 10skull-and-crossbones-fake-tattoos-j-e1521932203637

Zur Info:

Meine Wertungspunkte vergebe ich in Totenköpfen von 1-10, wobei 1 sehr schlecht und ununterhaltsam und 10 entsprechende sehr empfehlenswert und unterhaltsam ist.

Zu guter Letzt bedanke ich mich recht herzlich bei dem Pandämonium Verlag und insbesondere bei Uwe Siebert für die Zurverfügungstellung eines Rezensionsexemplars und dem damit mir gegenüber entgegengebrachten Vertrauen.
Diese Tatsache beeinflusst aber in keinster Weise mein persönliches Leseempfinden.


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 64 Seiten
  • Verlag: Pandämonium Verlag; Auflage: 1 (22. Mai 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3944893174
  • Größe und/oder Gewicht: 0,4 x 1,2 x 22,6 cm
  • Preis: 17,95 €

Quelle: (Pandämonium-Verlag.deAmazon)


Über den Autor

Alexei Konstantinowich Tolstoi

Graf Alexei Konstantinowich Tolstoi wurde am 5. September 1817 in Sankt Petersburg geboren. Er gehörte der russischen Adelsfamilie der Tolstoi an, aus denen auch der Schriftsteller  Lew Tolstoi (Krieg und Frieden) hervorging. In jungen Jahren war er außerdem einer der Spielgefährten des beinahe gleichaltrigen späteren Zaren Alexander II. Nikolajewitsch.

Er lebte auch einige Jahre in der Obhut seines Patenonkels Graf Lew Alexejewitsch von Perowski in der Ukraine, wo er von Hauslehrern unterrichtet wurde und eine hervorragende Bildung genoss. Als er Perowski auf Auslandsreisen begleitete, lernte er irgendwann den jungen Goethe kennen, der ihn unter anderem dazu inspirierte, mit dem Schreiben zu beginnen.

Nach einem erfolgreichen Studium im Archiv des Moskauer Außenministeriums wurde er 1835 in den diplomatischen Dienst übernommen. Diese Tätigkeit führte ihn 1837 bis 1840 als Teil der russischen Beobachtermission beim Bundesparlament nach Frankfurt am Main. Doch um sich ausgiebiger der Literatur und dem Schreiben zu widmen, nutze er den ihm gewährten Urlaub und bereiste in den folgenden Jahren Deutschland, Frankreich, Italien und auch Russland.

Im Jahre 1840 verfasste er schließlich die schauerromantische Erzählung Die Familie des Wurdulak – Unveröffentlichtes Fragment eines Unbekannten in französischer Sprache (Originaltitel: La Famille du Vourdalak. Fragment inedit des memories d`un inconnu). Jedoch sollten bis zur Erstveröffentlichung noch einige Jahrzehnte verstreichen.

Stattdessen veröffentlichte Alexei 1841 unter dem Pseudonym Krasnogorski eine Erzählung mit dem Titel Der Vampir, blieb jedoch auch weiterhin in diplomatischen Diensten. Als ein Günstling des Zarewitschs Alexander II. pflegte er einen ungebundenen und lockeren Lebensstil, durch den ihm auch eine Affäre mit der Ehefrau eines Gardeoffiziers nachgesagt wurde.

Als 1853 bis 1856 der Krieg auf der Krim ausbrach, meldete sich der überaus patriotische Alexei zum Heer, jedoch wurde er wegen einer Typhuserkrankung nicht an der Front eingesetzt. Schon kurz nach seiner Rückkehr bestieg Alexander II. den Zarenthron. Alexei wurde für den Verlauf der Krönung als Flügeladjutant eingesetzt, wenige Jahre später ernannte man ihn sogar zum kaiserlichen Jägermeister.

Seine anhaltende Nähe zu Alexander II. gab ihm die Möglichkeit, sich für in Ungnade gefallene Freunde und Bekannte wie den Schriftsteller Iwan Sergejwitsch Turgenew und den ukrainischen Lyriker Taras Schwetschenkos erfolgreich einzusetzen.

Im Jahre 1861 zog er sich endgültig ins Privatleben zurück, um sich ausschließlich der Literatur zu widmen. Es erschien schließlich sein Drama Don Juan und die bekannte Triologie der Zarendramen: Der Tod Iwans des Schrecklichen, Zar Fedor, Iwanowitsch, sowie Zar Boris. Jedoch verfasste er, auch insbesondere in seinen späten Jahren, satirische Balladen und Gedichte. Doch beinahe zeitgleich mit seiner Gesundheit begann sich auch seine finanzielle Lage zu verschlechtern.

Schließlich starb er am 10. Oktober 1875 auf seinem ukrainischen Landgut in Krasny Rog.

Erst 1884 erschien – in russischer Übersetzung – in der Zeitschrift Russiki Westnik (Russischer Bote) seine Erzählung. Die Familie des Wurdulak – Unveröffentlichtes Fragment eines Unbekannten. Die französische Originalversion wurde sogar erst 1950 veröffentlicht.

Quelle: (wortwörtlich übernommen aus der Biografie im Buch)

Fotoquelle: (Von Karl Pawlowitsch Brjullow – http://lj.rossia.org/users/john_petrov/437783.html, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1436586(https://de.wikipedia.org/wiki/Alexei_Konstantinowitsch_Tolstoi#/media/Datei:Brullov_AKTolstoy.jp,)

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