Infam – Die Nacht hat tausend Augen by Andrè Wegmann

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Klappentext / Inhalt

Es könnte alles so perfekt sein. Die Studentin Sarah ist frisch verliebt und kann auch noch zusammen mit ihrer Freundin Denise einen Job als Babysitter ergattern.
Die beiden jungen Frauen freuen sich auf die gemeinsame Arbeit und der Vater des Kindes macht einen freundlichen und charmanten Eindruck. Doch schon bald geschehen merkwürdige Dinge im Haus. Schnell ist klar, dass außer ihnen und dem vierjährigen Sohn Sid  noch jemand auf dem abgelegenen Anwesen im US-Bundesstaat Delaware sein muss. Jemand, der Hunger hat und nach ihrem Fleisch und Blut giert.
Der Abend verwandelt sich in einen Albtraum und in einen brutalen Kampf ums nackte Überleben …

Quelle: (Klappentext, Redrum-Verlag)

Inhalt:
Ein Traum wird wahr. Nach ihrem Umzug lernte und verliebte sich die Studentin Sarah in ihre jetzige Freundin Denise. Sie gehen nicht nur zusammen in dieselbe Universität, sondern sie konnten einen gemeinsamen Job als Babysitter für ein vierjährigen Sohn in einem abgelegenen Anwesen ergattern. Doch keiner ahnt, welcher Horror ihnen bevor stehen wird …

Meine Einschätzung

Mit einem durchaus düsteren aber vielversprechenden Prolog zeigt der Autor von Beginn an kein Erbarmen und schont keinesfalls den Leser. Er wirft ihn direkt ins Geschehen und auf sich allein gestellt, muss er die Geschichte überstehen. Das kurz Geschriebene lässt erahnen, dass der Leser direkt in eine grausam brutale Szene katapultiert wurde, die das Blut in den Ader gefrieren lässt und für die vorkommende Person kein gutes Ende finden wird.

Nach einem atemberaubenden Einstieg nimmt der Autor ein wenig das Tempo raus und führt zunächst die Protagonisten in die Geschichte ein. Wir lernen Denise und Sarah in ihrem alltäglich Leben etwas näher kennen. Aber auch hier hält sich der Autor nicht mit langem Geplänkel und Vorgerede auf und kommt eigentlich ziemlich schnell zu dem Hauptschauplatz, das abgelegene Anwesen, indem die beiden jungen Frau ihren Job als Babysitter aufgenommen haben. Mit wenigen Worten und einem stetig steigenden Tempo baut er Spannung auf, die immer weiter steigt und keinen Abbruch leidet. Schon aus seinen vorherigen Büchern weiß man, dass der Autor ein Händchen dafür hat, erotische Handlungen so in Szene zu setzen, dass man förmlich das Knistern zwischen den Liebenden hören kann, wie auch in der Sexszene von Denise und Sarah. Der ein oder andere Mann wird sich vielleicht auch wahrhaftig ein Bild vorstellen :D. Allerdings weiß er auch, wie er nach dem Höhepunkt die knisternde Atmosphäre schlagartig in eine düstere und beklemmende Atmosphäre umschlagen lässt. Indem er wie auch hier unerklärliche Schreckmomente und Geschehnisse mit gut durchdachten Worten einführt. Diese Ungewissheit, was passiert, lässt nicht nur die Protagonisten erschaudern, sondern sorgt dafür, dass auch dem Leser ein kalter Schauer den Rücken hinunterläuft. Da, ein Geräusch. Immer mehr umfasst die Kälte den Leser, das Herz rast wie wild und droht aus dem Körper zu springen. Du bist nicht mehr der stille Teilhaber, sondern mitten drin. Durch die knallharte und brutale Schilderung der Geschehnisse raubt der Autor dir dem Atem. Der anfängliche schöne Abend hat sich in einen wahren Horrortrip verwandelt. Du fieberst mit den jungen Frauen mit und kannst ihre Angst förmlich riechen und spüren, da es dir genauso ergeht. Als dann noch Denise verschwindet ist Sarah auf sich allein gestellt, der immer näherkommenden Gefahr zu entkommen, was leider leicht gesagt ist als getan. Denn sie ist Situationen ausgesetzt, die im wahrsten Sinne des Wortes ein guten Horrorfilm darstellen. In all der Grausamkeit führen die eingebauten Wendungen und Überraschungsmomente für ein kurzes Aufatmen, um auch den Puls etwas sinken zu können. Besonders überraschend fand ich auch das Ende, das durch einen explosiven und finalen Showdown herbeigeführt wurde.

Der Autor hat – wie ebenfalls von ihm bekannt – die unterschiedlichsten Personen geschaffen und ihren Charakter sowie ihre Entwicklung hervorragend ausgearbeitet. All ihre Emotionen, Gefühle und Gedanken hat er zum Ausdruck bringen können, und sie dadurch authentisch und glaubhaft wirken lassen. Entweder mag der Leser sie oder er hasst sie. Entweder versteht er deren Handeln oder nicht. Ein dazwischen gibt es nicht.

Besonders überragend ist die Protagonistin Sarah gezeichnet. Von einer verliebten und naiven jungen Frau hat sie sich im Angesichts des Todes und in ihrem Überlebenskampf zur einer mutigen, starken und willensstarken Frau entwickelt. Respekt vor dieser großartigen und positiven Entwicklung.

Was ist passiert? Wer ist der Böse? Ist alles nur ein Spiel oder Wirklichkeit? War alles ein intrigier oder perfider Plan oder doch nur Zufall?

Das findet ihr heraus, wenn ihr „Infam lest“.

Fazit / Wertung

„Infam – Die Nacht hat tausend Augen“ ist wieder ein überragender Horrorroman mit einer sehr gut durchdachten und konstruierten Story. Der Leser wird auch hier – wie für Horror üblich – mit grausamen und brutalen Szenen und viel Blut konfrontiert und natürlich auch mit einer Prise Sex. Allerdings steht hier die Geschichte im Vordergrund und der Splatter ist nur ein unterhaltsamer Nebeneffekt. Denn der Autor hat mit Infam sich nicht irgendeinen fiktiven Horror ausgedacht, sondern den realen Horror im wahren Leben in seinem Buch behandelt. Er hat hier insbesondere die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele aufgewiesen und gezeigt wozu Menschen für etwas Ruhm und Unterhaltung fähig sind. Dabei hat er die Gefahren des Internets und insbesondere des Darknets aufgegriffen und dem Leser noch einmal deutlich vor Augen geführt. Auch das Thema Snuff, wovor die Welt die Augen verschließt, das aber genauso wie andere Verbrechen existiert, wurde in dieser genialen Geschichte behandelt. Geld regiert die Welt! Und wer für seine Unterhaltung nicht zahlt, wird selbst leiden müssen. Eine Message, die in Infam auch angesprochen wird und ebenfalls zum Nachdenken anregt. Es ist wirklich erschreckend, wozu Menschen fähig sind und dass es wiederum andere Menschen gibt, die für Geld sich am Leid und Schmerz anderer ergötzen. Ekelhafte und kranke Welt in der wir leben!

Abgesehen von den mahnenden Hinweisen des Autors hat mich die Geschichte wirklich mitgenommen, mit meinen Nerven gespielt und mir den Verstand geraubt. Gefühlstechnisch bin ich eine wilde Achterbahnfahrt gefahren, weil ich durch den bild- und lebhaften Erzählstil des Autors die Geschichte am eigenen Leib erlebt habe.  Und am Ende erleichtert aufatmen konnte. Brillant!

Aufgrund dieses abenteuerreichen Leseerlebnis kann ich „Infam“ mit besten Gewissen empfehlen.

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Info:
Meine Wertungspunkte vergebe ich in Totenköpfen von 1-10, wobei 1 sehr schlecht und unterhaltsam und 10 entsprechende sehr empfehlenswert und unterhaltsam ist.

Zu guter Letzt bedanke ich mich recht herzlich bei dem Redrum Verlag insbesondere bei Andrè Wegmann für die Zurverfügungstellung eines Rezensionsexemplars und dem damit mir gegenüber entgegengebrachten Vertrauen. Diese Tatsache beeinflusst aber in keinster Weise mein persönliches Leseempfinden.

 

Produktinformation

  • Taschenbuch: 247 Seiten
  • Verlag: Redrum Books (29. November 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3959576895
  • Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 1,6 x 20,3 cm
  • Preis: 14,99 €

Quelle: ( Redrum-VerlagAmazon)

 

Über den Autor

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André Wegmann wurde 1978 in der norddeutschen Kleinstadt Friesoythe geboren, wo er auch heute wieder lebt. Seit 2011 arbeitet er als freiberuflicher Texter und Autor. Er hat bereits mehrere Novellen, Horrorromane und Thriller veröffentlicht. Als Ausgleich zum Schreiben treibt er häufig Sport und genießt gerne die Schönheit der freien Natur.

Quelle: (wortwörtlich übernommen: Autoreninformation im Buch, Redrum-Verlag)
Fotoquelle: (https://www.facebook.com/wegmannandre/photos/a.352862084806402/1981170315308896/?type=1&theater)

 

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