Sünde – by Christopher Derayes

Sünde
Klappentext / Inhalt

Wenn ein Mensch eine liebevolle Familie und ein behütetes Zuhause hat, dann kann ihn das selbst zu einem besseren Menschen machen.

Wozu macht es ihn also wohl, wenn ihm das alles genommen wird?

Wie weit würde ein Mensch gehen, um Vergeltung zu üben? Welchen Preis wäre er bereit, für seine Rache zu zahlen? Was würde er den Ungeheuern antun, die sein Leben zerstört haben? Und wie würde er reagieren, wenn er schließlich herausfindet, dass selbst diese Ungeheuer etwas so sehr lieben, dass sie dafür sterben würden?

Quelle: (Klappentext)

Inhalt:
Was passiert mit einem Menschen, wen ihn alles Glück und besonders seine Familie genommen wird? Wie entwickelt er sich? Kann er verzeihen oder übt er Vergeltung? Wie weit würde dafür ein Mensch gehen? Wie hoch ist der Preis der Rache?

Dies könnt ihr in mehreren wunderbaren Kurzgeschichten in „Sünde“ erfahren.

 

Meine Einschätzung

Kennt ihr das auch? Ihr fangt ein Buch an zu lesen und könnt es schon nach den ersten Worten nicht mehr weglegen? Wenn eine Handlung euch so fesselt und immer tiefer in die Geschichte zieht, dass ein Entkommen unmöglich geworden ist? Wenn ihr diese prickelnde Gänsehaut spürt, die euch eiskalt den Rücken hinunter läuft und die Worte des Autors euren Verstand und Atem rauben? Wenn ihr es vor lauter Spannung nicht mehr aushalten könnt und eure Gefühle Achterbahn fahren?

Dieses unvergessliche und unglaubliche Leseerlebnis hat mir der Autor mit „Sünde“ beschert. Ich bin immer noch so fasziniert und zugleich sprachlos, dass ich gar nicht weiß, wie ich eigentlich richtig anfangen soll. Auf den ersten Blick scheint „Sünde“ eine Sammlung von Kurzgeschichten zu sein, doch nach ein paar Geschichten stellt man fest, dass sie alle zwar unabhängig voneinander gelesen werden können, aber durch eine vorhandene Rahmenhandlung, die ebenfalls episodenweise erzählt wird, zu einer  zusammenhängenden und durchgehenden Handlung verknüpft werden. Dieser geschickt konstruierte Aufbau der Handlung finde ich persönlich total interessant und zeigt, dass hier nicht der typische Splatterhorror, sondern schon ein etwas anspruchsvoller Horrorroman mit Stil und Niveau geschrieben worden ist, auch wenn es hier in jeder einzelnen Szene richtig zur Sache geht.

In “ Sünde“ sorgt der Autor nicht nur für Abwechslung, indem er die Handlung an unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Zeiten und mit unterschiedlichen Personen stattfinden lässt, sondern verwendet auch hier die verschiedensten Erscheinungsformen von Horror. Von Okkultismus über Grusel bis hin zu mysteriösen Geschehnissen ist alles dabei. Es ist erschreckend, wie realistisch einige verbrecherische Handlungen aus „Sünde“sind, wie sie auch in der realen Welt vorkommen können und vorkommen. Allein hierdurch unterhält das Buch nicht nur, sondern regt den Leser zum Nachdenken an.

Von Beginn an zeigt der Autor kein Erbarmen und schont seine Leser nicht. Mit seiner  bild- und lebhaften Erzählweise und seiner Liebe zum Detail entführt der Autor den Leser ins Geschehen und wirft ihm den Löwen zum Fraß vor. Ein Entkommen ist unmöglich, denn man hängt ihm förmlich an den Lippen und erlebt die Handlung selbst.  Jedes Leid und jeder Schmerz ist am eigenen Leib spürbar. Man kann den Duft der Orchideen und des Blutes förmlich riechen. Aber auch durch die knallharte, konkrete und brutale Schilderung der Geschehnisse raubt er den Leser dem Atem und den Verstand. Der Autor bedient in solchen Szenen hin und wieder Splatterelemente, aber übertreibt es nicht. Hier steht nämlich die Handlung im Vordergrund und die Schockeffekte sind nur das süße Sahnehäubchen. Wie in der Horrorszene üblich gibt es hier natürlich nicht nur Blut, Mord und Schmerz, sondern auch eine gewaltige Prise Sex und damit auch eine Anzahl von sehr direkten und unverständlichen Worten aus der Erotikszene :D. Aber auch hier übertreibt der Autor es nicht, sodass es nicht zu einer vulgären Sprache ausartet, was mir besonders gut gefällt. Er behält auch in solchen Szenen sein Niveau. Mit wenigen Worten und einem rasanten Tempo baut er zudem Spannung auf, die stetig steigt und bis zum Ende des Buches bestehen bleibt. Der Autor ist wirklich ein Meister darin verschiedene Atmosphären zu erschaffen und immer der Situation entsprechend. Gekonnt lässt der Autor die Leser mitleiden, mitfiebern und mitfühlen, leiden aber auch hoffen und aufatmen. Ein brillanter Schachzug! Er spielt anscheinend gern mit den Nerven seiner Leser, lässt sie leiden und spüren. Zudem verursacht er mit seiner großartigen Schreibweise und seiner Fantasie, dass die Gefühle und Emotionen seiner Leser nicht nur Achterbahn, sondern auch Karussell fahren Dies verdeutlicht wieder, wie facettenreich und wandelbar der Schreibstil des Autors ist.

Hervorragende Ausarbeitung der unterschiedlichsten Charaktere, die wirklich toll und authentisch dargestellt worden sind. Der Autor hat es geschafft, die vielen Emotionen, Gefühle und Gedanken der Personen Ausdruck zu geben und die Charaktere damit auch sehr glaubhaft wirken lassen. Entweder mag der Leser sie oder er hasst sie.  Für mich persönlich gab es nichts dazwischen.

Aber vor allem der Protagonist Adam ist unheimlich gut und stark gezeichnet. Schon als Kind hat er Leid und die Hölle auf Erden erleben müssen, denn ihm wurde im Kindesalter alles genommen, sein Glück, seine Familie, sein Zuhause. Er musste all die Verbrechen an seiner Familie mit ansehen, was für ein Kind in seinem Alter alles andere als verarbeitbar ist. Er hat sich zu einem äußerlich scheinbar starken Mann entwickelt, allerdings brodelt es in ihm das Verlangen nach Vergeltung und Rache. Wird er es auch in die Tat umsetzen? Findet es heraus ;-).


Fazit / Wertung

„Sünde“ ist nicht nur ein überragender Horrorroman, sondern ein wahres Meisterwerk. Durch die abwechslungsreichen Episoden und den verschiedenen Horrorszenarien kommt hier jeder Horrorliebhaber auf seine Kosten. Auch in „Sünde“ geht es richtig zur Sache sei es bezüglich Gewalt und Brutalität oder auch Sex, aber immer mit Niveau und Stil. Der Autor hat mir eigentlich durchgehend den Atem geraubt und hin und wieder sprachlos und nachdenklich zurückgelassen. Er hat meinen Verstand benebelt und mich an die Geschichte gefesselt. Entkommen? Nicht möglich. Mit seinem durchaus spannenden und durchaus bezaubernden Schreibstil, hat er mit meinen Nerven und Gefühlen gespielt und mich all das Leid und die Schmerzen förmlich am eigenen Körper spüren lassen. Am Ende jedoch konnte ich endlich aufatmen und kann nur eins sagen: WOW!

Ich war schon von Christophers Kurzgeschichten aus Ektasen des Todes begeistert aber mit „Sünde“ hat er mich nicht nur begeistert, sondern vollkommen verzaubert, zum Nachdenken angeregt und dafür gesorgt, dass die Geschehnisse aus dem Buch nachhaltig im Kopf bleiben. Ein absolutes und mein erstes Lesehighlight dieses Jahres, weswegen ich nur raten kann, unbedingt „Sünde“ zu kaufen und zu lesen!


für dieses Lesehighlight vergebe ich daher volle 10 skull-and-crossbones-fake-tattoos-j-e1521932203637von 10skull-and-crossbones-fake-tattoos-j-e1521932203637

Zur Info:
Meine Wertungspunkte vergebe ich in Totenköpfen von 1-10, wobei 1 sehr schlecht und ununterhaltsam und 10 entsprechende sehr empfehlenswert und unterhaltsam ist.

Zu guter Letzt bedanke ich mich recht herzlich bei Christopher Derayes für die Zurverfügungstellung eines Rezensionsexemplars und dem damit mir gegenüber entgegengebrachten Vertrauen.
Diese Tatsache beeinflusst aber in keinster Weise mein persönliches Leseempfinden.

 

Produktinformation

  • Taschenbuch: 250 Seiten
  • Verlag: Independently published (19. Dezember 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-1791947583
  • Größe und/oder Gewicht: 15,2 x 1,6 x 22,9 cm
  • Preis:  (D) 13,90 €

Quelle: (Amazon)

Über den Autor

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„Wenn man an Horrorgeschichten denkt, dann denkt man an Vampire, Zombies, Geister und Dämonen. Daran ist ja grundsätzlich auch nichts falsch. Meine Version von Horror sind allerdings keine übernatürlichen Mythen. Für mich entsteht der wahre Horror aus alltäglichen Situationen. Aus einseitiger Liebe, die einen Verehrer zum Stalker macht. Aus Enttäuschungen, die ein Kind nach und nach gewalttätig werden lassen. Aus dem Betrunkenen, der mit seinem Auto eine junge Familie auslöscht.
Das sind die Themen, die meine Geschichten bevölkern. Der ganz normale Alltag, der urplötzlich mit langen, scharfen Krallen nach uns greift, uns die Haut vom Leibe fetzt und seine Zähne in unser blutiges, zuckendes Fleisch schlägt.“
– Christopher Derayes –

Wenn Christopher schreibt, nimmt er den Leser mit in eine grausame und gewalttätige Welt, die sich gar nicht allzu sehr von unserer gewohnten Realität unterscheidet. Und zwischen all dem Blut und zu Tode gequältem Fleisch erkennt man immer wieder, dass die wahren Bestien in ganz normalen, unscheinbaren Menschen schlummern und nur darauf warten, entfesselt zu werden.

Derzeit arbeitet Christopher an zwei weiteren Büchern, die im Sommer und Herbst 2019 erscheinen sollen und sich noch ein wenig weiter von den Gewaltszenen entfernen werden und mehr in Richtung Psychothriller tendieren. Zudem dürften 2019 noch einige Kurzgeschichten von ihm bei verschiedenen Verlagen erscheinen.

Quelle: (Amazon, sowie Informationen, die der Autor selbst mitgeteilt hat)

 

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