Friedhof der Kuscheltiere by Stephen King

Friedhof_der_Kuscheltiere
Klappentext / Inhalt

Manchmal ist der Tod besser

Hinter dem kleinen Tierfriedhof liegt eine verwünschte indianische Grabstätte.  Ob Katze oder Mensch: Wer hier beerdigt wird, wandelt sich zum Albtraum für die Hinterbliebenen.

Der weltweit erfolgreichste Horrorroman jetzt in einer großen Kinoverfilmung.

Quelle: (Klappentext, Randomhouse / Heyne)

Inhalt:
Aufgrund einer neuen Arbeitsstelle in der ortsansässigen Universität zieht Louis Creeds mit seiner Familie und dem Familienkater Wilston Churchill, kurz genannt „Church“, von Chicago nach Ludlow, Maine. Das einzige was die Idylle ihrer neuen Heimat stört, ist die angrenzende Schnellstraße „Route 15“ auf der Tag und Nacht die verschiedensten Laster lang fahren. Auch hinter ihrem Haus befindet sich ein geheimnisvoller Pfad, der in den Wald und dort zu dem Friedhof der Kuscheltiere führt. Doch welches Geheimnis verbirgt sich hinter dem Friedhof der Kuscheltiere? Was weiß ihr einziger Nachbar Jud Crandall darüber? Welche Geheimnisse verbirgt dieser noch?  Denn niemand ahnt die Gefahren und das Unheil, das sich anbahnt …


Meine Einschätzung

Ihr wollt es so schön schaurig? Gruselig? Die Kälte der Gänsehaut aus allen Poren auf Eurer Haut spüren?

Nehmt Euch das Buch „Friedhof der Kuscheltiere“, macht es Euch gemütlich, neben Euch eine Schüssel voll Popcorn und etwas zu trinken und entflieht dem Alltag und all den Sorgen. Na könnt Ihr es schon spüren? Spüren, wie eine magische aber doch schon unheimliche Kraft Euch anzieht, während Ihr nur auf das Cover schaut?  Es ist im Gegensatz zu den bereits bekannten Covern wirklich gut gestaltet, verrät nicht all so viel vom Inhalt und spiegelt die düstere und schaurige Atmosphäre wieder. Ein kleines Kribbeln, ein Kältehauch und zack habt ihr gerade die erste Ladung Popcorn in Euch gestopft.  Neugierig begleitet man Familie Creeds beim Umzug und somit auf den Weg in ein neues Leben. Ihre neue Heimat wirkt sehr idyllisch, man kann die Sonnenstrahlen auf der Haut spüren, das frische Gras und die Blumen riechen. Die Lage und das Grundstück wären ein Traum, wenn nicht eine Schnellstraße, die sogenannte Route 15, auf der Tag und Nacht die Laster fahren, an dieses Grundstück angrenzen würde. Aber nicht nur die Route 15 trügt die Idylle, denn dieses Grundstück verbirgt noch mehr Geheimnisse. Geheimnisse von so großer Bedeutung, mit geschichtlichem Hintergrund und besessen von irgendeiner unbeschreiblichen Macht. Was hat das alles auf sich? Was verbirgt sich hinterm Haus? Fragen über Fragen, die der Leser im Laufe des Lesens sich stellt und zu einigen schon schnell eine Antwort durch die freundlichen und hilfsbereiten Nachbarn Norma und Jud Crandall vom Haus gegenüber bekommen.

Schon früh kristallisiert sich heraus, dass der Autor sein Hauptaugenmerk auf das Thema Tod und dem Umgang mit ihm gelegt hat. Jeder Mensch hat sein eigenes Denken über den Tod. Die einen glauben, dass die Seelen guter Menschen in den Himmel kommen und dort über ihre Liebsten wachen und die Seelen böser Menschen in die Hölle und zu Sklaven des Teufels werden. Andere glauben, dass nach dem Tod nichts mehr ist, andere wiederum glauben an Reinkarnation. Viele Seelen, die eines grausamen Todes erleiden mussten, sollen als Geister auf der Erde spucken und anderen Lebenwesen Angst und Schrecken einjagen. Dabei ist nicht nur das Denken jedes einzelnen Menschen bei einem Todesfall bemerkenswert, sondern auch wie unterschiedlich der Tod verarbeitet wird. Es gibt Menschen, die über mehrere Jahre den Tod verarbeiten und um den Verstorbenen trauern. Sie weinen des Öfteren, besonders in schweren Stunden, wünschten sich, dass der Verstorbene doch noch da wäre und kümmern sich regelmäßig um die Grabpflege. Dann wiederum gibt es andere die recht schnell einen Todesfall verarbeiten können und andere wiederum die gar nicht mit dem Tod zurechtkommen oder ihn nicht akzeptieren, ihn vielleicht sogar fürchten. All diese verschiedene Emotionen und Reaktionen hat der Autor gekonnt und wirklich gut in diesem Roman dargestellt. Die verschiedenen Figuren und deren Charakterzüge sind hervorragend ausgearbeitet und dadurch wirken sie wirklich authentisch.

Oh man die Schüssel Popcorn schon halb leer….und plötzlich hat man ein ziemlich starkes Durstgefühl… dein Hals ist wie ausgetrocknet. Ein großer Schluck und dein Rachen brennt nicht mehr. Komisch, woher kam denn dieses Brennen? Bist du so vertieft in die Geschichte, dass du vergisst zu trinken? Oder umhüllt dich eine unscheinbare Macht?? Was auch immer du folgst der Geschichte weiter. Durch die detaillierten Beschreibungen des Autors, kann man sich alles wirklich gut vorstellen, es wirkt alles so lebendig- du bist mittendrin – immer noch wie in einem Film. Leider schaden die vielen Ausschweifungen und Wiederholungen des Autors der Spannung, die dich zwischendurch immer wieder Mal ans Buch gefesselt hat. Viele Erläuterungen hätte sich der Autor auch sparen können, du greifst schon leicht gelangweilt wieder zum Popcorn und denkst dir nur „Wann kommt er endlich auf den Punkt?“.  Du willst abbrechen, doch du zwingst dich weiter zu lesen….“man bricht nicht einfach einen Film ab“.  Aber dieser allbekannte Schreibstil war schon immer ein Grund, weswegen King nicht der Autor meiner Wahl ist. Die Spannung ist verflogen, kein Schauergefühl, keine Gänsehaut, nichts dergleichen mehr vorhanden. Nur Jud Crandall und Louis Creeds reizen dich noch weiterzulesen. Jud ist ein liebevoller und hilfsbereiter älterer Mann, ein Opa, den jedes Kind gern gehabt hätte. Er erzählt gern über seine Erlebnisse und Geschichten aus früheren Jahren und als Zuhörer hängt man förmlich an seinen Lippen. Aber irgendwas verbirgt er – seine geheimnisvolle Art und sein Wissen machen ihn  einfach unersetzbar und bringt etwas Pepp in die Geschichte.

Bumm … vor Schreck lässt du das Glas fallen und haust die Schüssel Popcorn um. Ein tragischer Unfall, Schreie, Weinen, Blut. Ein Unfall, der nicht nur das Verhalten, sondern das Leben aller vorkommender Charakter  drastisch verändert. Wie konnte es passieren? Hat eine höhere Macht ihre Finger im Spiel? Dir läuft eiskalt die Gänsehaut den Rücken runter. Ein Drama, das auch dir als Leser ans Herz geht. Mitleid, aber auch Faszination. Louis Creeds ist ein wirklich unglaublicher und schwer greifbarer Charakter. Ein liebender Familienvater, der alles für seine Familie tun würde. Ein Arzt, der sich der Hilfe der Menschen verschworen hat. Ein Mann, der unscheinbar normal ist. Oder ist er doch schon leicht verrückt? Bildet er sich alles ein oder ist es doch Realität? Ein Mann der den Tod geliebter Menschen nicht akzeptieren kann. Leid, Trauer, Wahnsinn. Warum tut er Dinge, von denen er weiß, dass sie moralisch grauenhaft und verwerflich sind? Warum trauert er nicht wie jeder andere Mensch? Warum ist er nicht für seine Familie da, wenn sie ihn am meisten braucht? Warum ist sein Herz aus Stein? Kalt. Gefühllos. Ist das noch Wahnsinn oder schon Besessenheit? Louis ist der faszinierendste und grandioste Charakter.

Atemberaubende Gänsehautmomente und Szenen voller Spannung münden in einem faszinierenden, überraschenden und ziemlich rasanten finalen Akt und einem Ende, das dir noch einmal das Blut in den Adern erfrieren lässt. Aufatmen.

„Manchmal ist der Tod besser!“
  Jud Crandall aus Friedhof der Kuscheltiere

Fazit / Wertung

„Friedhof der Kuscheltiere“ ist der erste Roman, den ich nach langem wieder von Stephen King gelesen habe. Viele seiner Romane habe ich aufgrund seines typischen Stils und seinen enormen Ausschweifungen und Wiederholungen abgebrochen, weil einfach die Spannung und der Reiz weiterzulesen, fehlte. Aufgrund der überraschenden und freundlichen Anfrage von Paramount Pictures zum Kinostart des neuen Films „Friedhof der Kuscheltiere“ eine King-Woche zu starten, habe ich Stephen King noch einmal eine Chance gegeben. Auch in diesem Roman konnte er leider das Ausschweifen und Wiederholen nicht abstellen, das ein bisschen der Spannung geschadet hat. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte selbst faszinierend, brilliant und spannend und wäre wohl bei guter Umsetzung ein Lesehighlight gewesen. Die Charaktere und deren Unterschiedlichkeit sind hervorragend ausgearbeitet, authentisch und interessant gestaltet. Zudem konnte der Autor auch die unheimliche, düstere und beklemmende Atmosphäre in seinen Worten zeichnen.

Ich kann allein aufgrund der Geschichte und der Darbietung der vorkommenden Charaktere diesen Roman empfehlen, auch wenn er meiner Meinung nach mindestens 200 Seiten weniger bedarf hätte.

Ich vergebe 7  skull-and-crossbones-fake-tattoos-j-e1521932203637  von 10 skull-and-crossbones-fake-tattoos-j-e1521932203637

Zur Info:
Meine Wertungspunkte vergebe ich in Totenköpfen von 1-10, wobei 1 sehr schlecht und ununterhaltsam und 10 entsprechende sehr empfehlenswert und unterhaltsam ist.

Zu guter Letzt bedanke ich mich recht herzlich bei Paramount Pictures und  für die Zurverfügungstellung eines Rezensionsexemplars und einer tollen Zusammenarbeit und dem damit mir gegenüber entgegengebrachten Vertrauen.
Diese Tatsache beeinflusst aber in keinster Weise mein persönliches Leseempfinden.

 

Produktinformation

  • Taschenbuch: 608 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (11. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3-453-50407-3
  • Originaltitel: Pet Sematary
  • Größe und/oder Gewicht: 11,6 x 4,8 x 18,8 cm
  • Preis: 10,99 (D)

Quelle: (Randomhouse / Heyne)

 

Über den Autor

21501_xl

Stephen King wurde am 21. September 1947 in Portland, Maine, geboren. Heute lebt er mit seiner Frau Tabitha  in Bangor, Maine. Stephen King hat eine Tochter und zwei Söhne.

Zwischen 1966 und 1970 studierte Stephen King Englisch an der Universität von Maine, wo er Tabitha Spruce kennenlernte und ein Jahr später heiratete. Nach seinem Examen arbeitete King in der Stadt Hampton in Maine als Englischlehrer.  In der wenigen Freizeit schrieb er Kurzgeschichten. Obwohl es ihm hin und wieder gelang, eine Geschichte zu verkaufen, ist er noch weit davon entfernt, sich sein Einkommen allein durch seine Arbeit als Schriftsteller sichern zu können. Er schrieb mehrere Romane, für die er aber keinen Verlag fand.  Später veröffentlichte er diese Romane überarbeitet unter dem Pseudonym Richard Bachman.

1973 kaufte der Verlag Doubleday den Roman „Carrie“. Die Veröffentlichung seines Debüts im Jahr 1974 und dessen erfolgreiche Verfilmung machten Stephen King schlagartig berühmt. Er entschloss ich, den Lehrerberuf aufzugeben und sich ganz dem Schreiben zu widmen. Insgesamt hat der vielfach ausgezeichnete Bestsellerautor über 40 Romane, über 100 Kurzgeschichten, Novellen, Drehbücher, Gedichte, Essays, Kolumnen und Sachbücher veröffentlicht. Ende 2003 erhielt er den »National Book Award« für sein Lebenswerk. Weltweit hat King 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft.

Quelle: (etwas abgeändert, sonst wortwörtlich übernommen von Randomhouse/Heyne)

Ein Kommentar zu „Friedhof der Kuscheltiere by Stephen King

Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: