Das öde Land und andere Geschichten vom Ende der Welt by Oliver Plaschka

ReziL
Klappentext / Inhaltsangabe

Fantastische Geschichten aus der Vergangenheit und Zukunft, den fernen Winkeln der Welt und vom Ende aller Tage

Ein Dieb auf der Flucht im Orient Express.
Eine Mission ins strahlende Zentrum der Galaxis.
Ein Wasserspeier auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.
Die letzten Tage der Menschheit in den Weiten der Antarktis  …

Vierzehn Reisen hinaus in die Ferne jenseits des Horizonts und hinab in die Tiefen der Seele

Dieser Band vereint Oliver Plaschkas gesammelte Kurzgeschichten in neuer Überarbeitung mit zahlreichen Erstveröffentlichungen.
Außerdem dürfen sich Leser seiner Romane auf ein Wiedersehen mit Figuren aus London, Paris und Fairwater freuen.

Quelle: (Klappentext, Verlag Torsten Low)

Inhaltsangabe:
An dieser Stelle möchte ich nicht explizit auf den Inhalt eingehen, denn Ihr sollt die Geschichten selber lesen und genießen. Es erwartet Euch aber eine aufregende und spannende Reise durch 14 phantastische Geschichten und dem nahen Ende der Welt.

Meine Einschätzung

Nach all dem Blut, Gemetzel, Innereien und Thrill wollte ich mal etwas anderes erleben und habe mich in eine neue Welt gewagt – in die Welt der typischen Phantastik. Daher kam die Anthologie „Das öde Land und andere Geschichten vom Ende der Welt“ von Oliver Plaschka gerade recht.

Wie eingangs schon erwähnt besteht diese Anthologie aus 14 phantastischen und jede auf ihre Art einzigartige Kurzgeschichte. Doch zuvor führt der Autor die Leser mit einem ausführlichen aber interessanten Vorwort in das Buch hinein, in dem der Leser u.a. auch einiges über den Autor selbst und Hintergrundinformationen zu einzelnen Geschichten erhält. In seinen Erzählungen nimmt er den Leser mit auf eine Reise durch Raum und Zeit und lässt ihn an den verschiedensten Orten und in verschiedensten Situationen am Geschehen teilnehmen. So kann es sein, dass der Leser sich im 19. Jahrhundert, in der nahen Zukunft oder auf einem ganzen anderen Planeten befindet. Da ich eher aus der Horror- und Thriller-Schiene komme, habe ich nicht besonders viel Ahnung von anderen Genres, dennoch würde ich die Erzählungen besonders dem Fantasy aber auch teilweise dem Märchen und Science Fiction zuordnen.

Schon nach wenigen Seiten kristallisiert sich die einzigartige aber wundervolle Art und Weise des Autors zu schreiben heraus. Sein poetischer und leicht märchenhafter Schreibstil hat mich nicht nur direkt verzaubert, sondern auch hin und wieder zum Träumen gebracht. Einfach nur schön, mehr kann man nicht sagen.  Nicht nur die vom Autor gut gewählten Worte, die zusätzlich zum poetischen Schreibstil, ein hohes sprachliches Niveau erzeugten, sondern auch die Komplexität der Geschichten und ihre Tiefe, haben diese Anthologie zu einer niveauvollen und anspruchsvollen Literatur werden lassen. Denn wie sagt man so schön, der Zauber liegt hier besonders in den Worten, die zum Nachdenken, Interpretieren und Spekulieren anregen und auffordern. Der Leser kann nur alles bzw. gut verstehen, wenn er sich in das Geschehen mit voller Hingabe hineinversetzt und sich  der Geschichte öffnet. Denn der Autor beschreibt zwar das Geschehen und liefert die wichtigsten Details und Informationen u.a. durch Metaphern, so dass jeder aufmerksame Leser es verstehen kann, ohne dass er es explizit ausspricht, lässt diesem aber genug Interpretationsspielraum. Dieses Mitdenken bzw. Mitwirken und Weiterspinnen beim Lesen hat mir besonders gut gefallen. Daher kann ich Euch nur raten, die Anthologie in vollen Zügen zu genießen, jedes Wort und jede Geschichte noch einmal auf sich wirken lassen und zu interpretieren und sie nicht so schnell wie möglich hinter sich haben zu wollen. Möchte man sie einfach nur schnell lesen, besteht die Gefahr, dass man eventuell das ein oder andere nicht richtig versteht, wenn nicht sogar überhaupt nicht versteht. Was ich persönlich nicht nur für den Leser, sondern auch für den Autor ziemlich schade finde, da er einen wirklich schönen und brillianten Schreibstil hat und auch seine Leser zum Mitwirken und Mitdenken animiert.

Wie in jeder Anthologie sind die Geschichten hier sehr facettenreich und unterschiedlich, so dass es immer vorkommen kann, dass man die einen Geschichten großartig findet und andere wiederum einen überhaupt nicht ansprechen. In meinem Fall allerdings gab es keine Geschichte, die mich nicht angesprochen hat. Jede Geschichte hatte ihre Besonderheit und Einzigartigkeit, die einen waren eher melancholisch oder hoffnungsvoll angehaucht, während andere eine düstere, geheimnisvolle, unheimliche aber auch hoffnungslose Atmosphäre hervorriefen. Wer also Abwechslung sucht, findet sie auf jeden Fall in dieser Anthologie. Mir persönlich gefiel „Drachenschwingen“ richtig gut, da sie in einem wundervollen und träumerischen Stil geschrieben ist und die Hoffnung aufleben lässt.

Fazit / Wertung

„Das öde Land und andere Geschichten vom Ende der Welt“ ist eine sehr tolle, stimmungsvolle und facettenreiche Anthologie, mit der der Autor es geschafft hat mich einerseits für die Phantastik und andererseits für ihn zu begeistern. Trotz der doch eher düsteren Thematik habe mich hin und wieder in einigen Geschichten verloren , weil der poetische und schon leicht märchenhafte Schreib- und Erzählstil mich dazu verleitet hat zu träumen und mit voller Hingabe beim Geschehen zu sein. Mir persönlich gefiel bzw- gefällt es ziemlich gut, dass der Autor seine Leser zum Mitwirken animiert, indem er ihnen in seinen Erzählungen viel Interpretationsspielraum lässt und trotzdem die wichtigsten Informationen und Details zum Verstehen der Aussagen liefert. Es ist zwar kein Kafka oder Goethe aber dennoch eine sehr niveauvolle und anspruchsvolle Literatur, für die man sich Zeit nehmen sollte, um alle Geschehnissen in Bildern zu verarbeiten und zu genießen. Ich bin wirklich begeistert und werde in Zukunft mich auch mehr der Phantastik und insbesondere dem Autor Oliver Plaschka widmen.

„Das Öde Land und andere Geschichten vom Ende der Welt“ kann ich nicht nur interessierten und aufmerksamen Phantastik- und Oliver Plaschka Fans ans Herz legen, sondern auch Neulingen in diesem Genre, so wie ich auch einer bin. Aber bitte lasst Euch Zeit und genießt jede einzelne Geschichte in vollen Zügen, lasst sie auf Euch wirken und denkt über sie nach :).

Ich vergebe daher  9,5 skull-and-crossbones-fake-tattoos-jvon 10 skull-and-crossbones-fake-tattoos-j

Zur Info:
Meine Wertungspunkte vergebe ich in Totenköpfen von 1-10, wobei 1 sehr schlecht und ununterhaltsam und 10 entsprechende sehr empfehlenswert und unterhaltsam ist.

Zu guter Letzt bedanke ich mich recht herzlich bei dem Verlag Torsten Low für die Zurverfügungstellung eines Rezensionsexemplars und dem damit mir gegenüber entgegengebrachten Vertrauen.
Diese Tatsache beeinflusst aber in keinster Weise mein persönliches Leseempfinden.

 

Produktinformation

  • Taschenbuch: 278 Seiten
  • Verlag: Low, Torsten; Auflage: 1 (17. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3-940036-33-9
  • Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 2 x 18,8 cm
  • Preis: 13,90 €

Quelle: (Verlag Torsten Low, Amazon)

Über den Autor

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Oliver Plaschka, geboren 1975 in Speyer, studierte Ethnologie und Anglistik an der Universität Heidelberg und schloss sein Studium 2009 mit einer literaturwissenschaftlichen Promotion ab. Heute arbeitet er als freier Autor und Übersetzer — gerne, aber nicht nur im Bereich der fantastischen Literatur. Daneben nimmt er in unregelmäßigen Abständen die Gelegenheit wahr, in Seminarsälen und anderswo seine Liebe zu interessanten Büchern zu teilen

Quelle: (wortwörtlich übernommen von Rainlights.net)
Fotoquelle: Verlag Torsten Low

 

 

 

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