Brennen soll die Hexe – Bestimmung by Jutta Wölk

Jutta
Klappentext / Inhalt

Johanna ist schon als Kind ins Kloster gekommen und eine Ordensschwester voller Hingabe an Gott. Ihren festen Glauben durchziehen erste zarte Risse, als sie der Hexerei bezichtigt und vor ein Inquisitionsgericht gestellt wird.
Warum will Bischof Clemens Matthias von Groten sie unbedingt auf dem Scheiterhaufen brennen sehen? Hat es mit Johannas Familie zu tun, ihrer Vergangenheit -, oder verfolgt der Kirchenmann mit seiner fanatischen Hexenverfolgung andere Ziele?
Weitere Risse erschüttern das Fundament, auf dem Johannas Glaube aufgebaut ist, als sie sich dem Folterknecht gegenüber sieht. Dessen Handwerkszeug des Grauens soll ihr das Geständnis entlocken, eine Hexe zu sein.

Ein Kampf zwischen Gut und Böse entbrennt, dessen Dimensionen Johannas Vorstellungskraft übersteigen.

Quelle: (Klappentext, Amazon)

Inhalt:
Johanna, ein kleines zierliches Mädchen, lernte schon früh selbstständig zu sein. Aufgrund einiger Ereignisse kam sie als Kind ins Kloster und wuchs zu einer frommen Ordensschwester mit einem sehr geprägten Glauben an  Gott heran.  Doch eines Tages wird sie der Hexerei bezichtigt, dem Gericht gestellt und dem Folterknecht für ein Geständnis ausgeliefert. Gibt es überhaupt einen Gott? Warum lässt er all diese Dinge zu? Warum bezichtigt man sie als Hexe und will sie unbedingt brennen sehen? Oder verfolgt Bischof von Groten mit seiner Hexenverfolgung andere Ziele?

 

Meine Einschätzung

„Brennen soll die Hexe – Bestimmung“ ist der erste Roman, den ich von der Autorin Jutta Wölk gelesen habe. Doch ganz so unbekannt ist sie mir nicht gewesen, denn abgesehen von dem persönlichen Treffen auf einem Fantreffen  ihrer Autorenkollegin habe ich  schon bereits vorher eine Kurzgeschichte von ihr lesen und genießen dürfen.

Der Titel allein ist schon interessant und verrät eigentlich noch nicht viel, was den Leser in dieser Geschichte erwartet. Aus dem selben Grund finde ich das Cover auch recht gut gestaltet, da die vorhandenen Abbildungen Symbole aus der Geschichte wiedergeben. In ganzem gefällt es mir wirklich gut, dass der Titel  und das Cover nur ansatzweise andeuten, was auf den Leser zukommt. Der Klappentext dagegen verrät schon etwas mehr.

„Brennen soll die Hexe – Bestimmung“ ist ein sehr interessanter und spannender Roman,  der in der frühen Neuzeit spielt und in dem die Autorin den Lesern die menschenunwürdigen Hexenverfolgungen im Mittelalter und den Hexenhammer näher gebracht hat. Der Hexenhammer ist hierbei das Werkzeug eines Mönchs, um die Hexenverfolgung zu legitimieren und Frauen, deren Verhalten und Handlungen weder für die Kirche noch für das zurückgebliebene und extra „dumm gehaltene“ einfache Volk verdächtigt und unakzeptabel erschienen, als Hexe betitelt, verfolgt und auf dem Scheiterhaufen gebracht wurden. Es ist wirklich erschreckend, wie „dumm“  das einfache  Volk von der Kirche im Mittelalter gehalten wurde, damit dieses nur das glaubt, was die Kirche verkündet und mitteilt und wie schnell dadurch über andere Menschen geurteilt wurde, ohne die Behauptungen zu hinterfragen. Hauptsache jemand musste für all die schlechten Sachen büßen.  Daher können wir heute von Glück reden, dass wir uns bilden, lesen und viele Dinge, die uns merkwürdig erscheinen hinterfragen können. Mit ihrem flüssigen, detaillierten und präzisen Schreibstil sowie mit ihrer spannenden und geheimnisvollen Erzählweise, schafft die Autorin schon nach wenigen Seiten den Leser in den Bann zu ziehen, an das Buch zu fesseln und mit wenigen Worten auch eine düstere, angespannte, gefahrvolle und unheimliche Atmosphäre herzustellen. Auch die angewandte Sprache passt wirklich gut in die Epoche und ist trotzdem für den Leser der heutigen Zeit verständlich. Die Schauplätze, Handlungen und einzelnen Situationen wurden sehr detailliert und bildhaft beschrieben, so dass man sich gut in die Geschichte hineinversetzen und ihr folgen könnte. Auch ein paar kleine brutale Folterszenen sind eingebaut, also auch etwas für Fans der harten Lektüre. Die Spannung stieg regelrecht durch die eingebauten Wendungen und Überraschungsmomente an, die dann in einem sehr erlebnisreichen und atemberaubenden Finale endet.

Besonders möchte ich die hervorragende Ausarbeitung und Darstellung  der unterschiedlichen Charaktere und deren Entwicklung hervorheben. Gekonnt bringt die Autorin die Gefühle, Gedanken und Emotionen der einzelnen Figuren zum Ausdruck und lässt somit die Akteure authentisch und glaubhaft wirken. Dies führt dazu, dass man einige wirklich sympathisch findet und mit ihnen mitfiebert und andere abscheulich findet. In diesem Zusammenhang gefällt mir besonders der Hauptcharakter Johanna.

Johanna, ein kleines zierliches Mädchen, das zusammen mit ihrer Großmutter und ihrer Mutter in einem Haus am Rande der Stadt lebt. Aufgrund der ärmlichen Verhältnisse, unter denen sie tagtäglich leben muss, lernt sie schnell selbständig und auf sich gestellt zu sein. In ihrem jungen Leben muss sie schon einiges erleben und zu ihrem Schutz kommt sie noch in Kindesalter ins Kloster. Dort erlernte sie die Aufgaben und Tätigkeiten einer Nonne, fand ihre Verbindung zu Gott durch ihren Glauben und wurde eine richtig fromme Ordensschwester trotz allem Leid, das sie schon erleben musste. Johanna ist eine wirklich starke und beeindruckende Frau, die noch nicht einmal den Glauben an Gott, an Gerechtigkeit und Barmherzigkeit verliert, als sie selbst als Hexe betitelt und gefoltert wurde. Ich habe vor ihrer Stärke und ihrem willenlosen Glauben wirklich Respekt.

Fazit / Wertung

„Brennen soll die Hexe – Bestimmung“ ist ein spannender Roman mit einer interessanten Geschichte. Ich fand es toll, dass die Autorin die Sprache der Epoche angepasst hat und den Prozess der Hexenverfolgung genau und detailliert geschildert hat. Da merkt man, dass sie hierfür viel recherchiert hat. Auch die Ausarbeitung der Charaktere sind ihr wirklich gut gelungen und besonders in diesem Roman hervorzuheben.

Und am Ende kriegt jeder das, was er/sie verdient hat. Klasse! Besser konnte man ein Buch nicht enden lassen. Auch meine Abneigung gegen die Kirche und alles was mit Kirche zu tun hat wurden durch die Schilderungen im Roman wieder bestärkt. Danke Jutta für ein spannendes Leseerlebnis 🙂

Ich vergebe 8 skull-and-crossbones-fake-tattoos-j von 10 skull-and-crossbones-fake-tattoos-j

Info:
Meine Wertungspunkte vergebe ich in Totenköpfen von 1-10, wobei 1 sehr schlecht und unterhaltsam und 10 entsprechende sehr empfehlenswert und unterhaltsam ist.

Zu guter Letzt bedanke ich mich recht herzlich bei Jutta Wölk für die Zurverfügungstellung eines Rezensionsexemplars und dem damit mir gegenüber entgegengebrachten Vertrauen. Diese Tatsache beeinflusst aber in keinster Weise mein persönliches Leseempfinden.

Produktinformation

  • Format: Taschenbuch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 155 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 2000038393868

 

Über die Autorin

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Jutta Wölk wurde im Ruhrgebiet geboren und wuchs dort auch auf.  Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Hund in NRW und genießt lange Spaziergänge in der Natur. Die Liebe zum Schreiben entdeckte sie während eines ausgedehnten Spaziergangs mit ihrer inzwischen verstorbenen Schäferhündin. Ideen für ihre Werke kommen ihr oftmals bei Ausflügen ins Grüne.
Seitdem hat die Autorin mehrere Romane und Kurzgeschichten im Selfpublishing sowie bei Verlagen publiziert. Auf ein bestimmtes Thema möchte Jutta Wölk sich nicht beschränken, daher sind ihre Veröffentlichungen auch in unterschiedlichen Genres angesiedelt.

Quelle: (Amazon)
Fotoquelle: (https://www.amazon.de/Jutta-W%C3%B6lk/e/B007CJ2MUS/ref=ntt_dp_epwbk_0)

 

 

 

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