Interview mit Autor Christopher Derayes

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Liebe Bloodys,

nachdem ich meine Seele für …. – ach das müsst ihr doch nicht wissen – verkauft habe, hat sich nun ein Autor aus der Hölle gemeldet und sich von meinen Fragen löchern oder vielleicht sogar aufspießen lassen . Mhmm…was denn nun?? Findet es heraus …

Und nun verneigt euch vor dem Gebieter aus der Hölle Christopher Derayes .

TAB:
Herzlich Willkommen im Reich des Thrillers und Blutes. Wir finden es toll, dass du dich zu uns verirrt hast und dich direkt unseren Fragen stellst. Vielleicht stellst du dich kurz einmal vor.

CD:
Erst mal vielen Dank, dass ich dabei sein darf. Also ich bin Christopher Derayes, 37, und trotz dem fortgeschrittenen Alter wohl das, was man einen „jungen Autor“ nennt. Dabei tobe ich mich bevorzugt im Horror- und Thrillergenre aus, wie man demnächst nachlesen kann, wenn mein erstes Buch erscheint.

TAB:
Vielen Dank für Deine kurze Vostellung Das sind genau meine bevorzugten Genres

Wie bist du eigentlich zum Schreiben gekommen? Schreibst du nur Horror/Hardcore- Geschichten?

CD:
Das begann bei mir bereits recht früh in der Schule. Durch meine Familie, die allesamt Leseratten sind, kam ich sehr schnell mit allen möglichen Genres in Kontakt, wobei mich selbst damals Horrorgeschichten am meisten gefesselt haben. Da meine Mutter bekennender Stephen King Fan ist, hatte ich das Glück, immer genügend Nachschub zu haben, und irgendwann kam dann der Gedanke auf, auch mal selbst Horrorstorys zu schreiben. Eine Lehrerin an meiner Schule förderte diese Vorliebe zum Schreiben auch sehr, indem sie mir erlaubte, statt der normalen Hausaufgaben jeweils eine kurze Geschichte zu schreiben, was ich damals sehr gerne angenommen habe.

Derzeit bewege ich mich hauptsächlich im Horror- und Hardcorebereich, ich möchte aber nicht ausschließen, dass sich dieses Spektrum mit der Zeit nicht noch erweitert. Sci-Fi, Fantasy, Thrill und Crime bieten ja da beispielsweise ebenfalls wunderbare Möglichkeiten, spannende Geschichten zu erzählen.

TAB:
Wow, also schreibst du eigentlich schon lange . Cool finde ich auch, dass deine Lehrerin dich da gefördert und unterstütz hat. Macht leider nicht jeder. Aber ich denke, dass sie dein Talent gesehen hat .

Viele projizieren Horror ja mit Gruselgestalten, Zombies, Vampire und was es alles gibt. Was aber verstehst du unter Horror?

CD:
Nun ja. Grundsätzlich spricht da ja nichts dagegen. Dracula, Frankenstein, Geistergeschichten, verfluchte Mumien und verwunschene Häuser sind ja quasi die Basics des Horrors. Ich selbst bevorzuge allerdings einen Horror, der etwas realistischer rüberkommt. Das bedeutet nicht, das es in meinen Geschichten nicht auch mal übersinnliche Elemente gibt, aber ich versuche, diese Elemente immer so zu integrieren, dass sie beim Leser das Gefühl von „ja, das könnte es auch in der Realität geben“ auslösen. Meiner Meinung nach ist die aufgeklärte, moderne Gesellschaft einfach zu abgebrüht, um sich von Mumien, Vampiren und Geistern noch zu ängstigen. Wovor die Leser heutzutage Angst haben, sind Terroranschläge, der Verlust eines geliebten Menschen, schwere Krankheiten oder sozialer Abstieg. Wenn ich also möchte, dass der Leser sich bei meinen Geschichten ängstigt, dann muss ich ihm auch Ängste anbieten, die für ihn real sind.

TAB:
Eine wirklich interessante Ansicht und du hast vollkommen recht – heutzutage fürchten die Menschen sich wirklich vor dem realen Horror.

Was fasziniert dich eigentlich an Horror?

CD:
Wo fange ich da am Besten an? Was mich besonders fasziniert, ist dieses Gefühl der Angst oder auch der Gefahr, ohne mich diesen Gefahren tatsächlich aussetzen zu müssen. Ich kann Panik und Schmerzen miterleben, Verzweiflung und Angst und eine ganze Palette weiterer extremer Emotionen, während ich mich gemütlich auf der Couch unter die Decke kuschle. Und wenn ich das Buch zur Seite lege freue ich mich insgeheim, dass diese Dinge nicht mir, sondern den Personen in der Geschichte widerfahren sind. Irgendjemand (und ich kann beim besten Willen nicht mehr sagen, WER) hatte es mal schön beschrieben mit: „Bei Horrorgeschichten kann man wunderbar in Blut und Innereien wühlen, ohne sich selbst dabei schmutzig zu machen.“ Das trifft es denke ich ganz gut.

TAB:
Das Zitat ist wirklich gut und passt perfekt. Ich liebe es auch diese ganzen Abartigkeiten und Grausamkeiten zu lesen und bin doch froh, dass es mir selbst nicht passiert.

Rotze, Pisse, Sperma, Fäkalien und vieles mehr… gibt es eigentlich bei dir irgendwelche Grenzen oder Tabus?

CD:
Die gibt es tatsächlich, allerdings richten die sich weniger nach den erwähnten Inhalten. Was für mich ein Tabu wäre, wäre es, solche Stilmittel nur einzusetzen, um Ekel und Abscheu in die Story zu bringen. Wenn in meinen Geschichten etwas Grausames, Verstörendes oder Ekelerregendes passiert, dann muss es die Geschichte weiterbringen. Ekel, nur um des Ekels willen ist mir persönlich einfach zu plump. Es gibt bestimmt Leser und Autoren, die das anders sehen, und das ist auch okay, aber ich persönlich will lieber Geschichten erzählen und keine neuen Rekorde aufstellen, was Ekelgrenzen angeht. Ansonsten bin ich allerdings kein großer Freund davon, sich selbst und seine Kunst zu limitieren oder zu tabuisieren. Meine Bücher sind an ein Publikum gerichtet, das selbst alt genug sein sollte, um eigenständig entscheiden zu können, wie weit sie beim Lesen gehen möchten. Warum also sollte ich den Lesern diese Entscheidung abnehmen, indem ich mich selbst limitiere und zensiere?

TAB:
Schon geschrieben und ich finde auch, dass sich kein Künstler in seiner Kreativität etc. einschränken sollte.

Schreibst du „frei nach Schnauze“ und vulgär oder doch eher mit Stil?

CD:
Da verhält es sich so ähnlich wie mit den Ekeltabus. Ich finde vulgäre Sprache okay, wenn sie zur Story bzw. zur jeweiligen Figur passt, aber ein ganzes Buch so zu schreiben würde mich selbst nicht befriedigen. Ich mag es mehr, aus einer alltäglichen Situation langsam in etwas Verstörendes, Brutales abzukippen, und den Leser im Idealfall mitzunehmen. Wenn ich andauernd vulgäre Sprache benutzen würde, würde ich mir damit selbst einen Teil der Dynamik aus den Stories nehmen. Also schreibe ich lieber mit Stil.

TAB:
Was inspiriert dich Geschichten zu schreiben bzw. woher kommen deine Ideen?

CD:
Das können die unterschiedlichsten Situationen sein. Ich arbeite zum Beispiel als Wachmann. Wenn man da nachts durch eine menschenleere, dunkle Firma marschiert und seinen Rundgang macht kommen die Ideen fast von selbst, haha. Genauso inspirierend finde ich die Frage: „Was wäre, wenn?“. Was wäre, wenn mein Paketbote in Wahrheit ein Serienkiller auf der Suche nach einem Opfer ist? Was wäre, wenn im Wald hinterm Haus zwei entlaufene Verbrecher sich vor der Polizei verstecken? Was wäre, wenn das Mädel, das ich an der Bar angesprochen habe zuhause einen Kühlschrank voller abgetrennter Penisse hat? Solche Fragen bringen manchmal die interessantesten Stories hervor.

TAB:
Ahhh Kopfkino aus . Aber du hast recht. Gerade die verschiedensten Situationen können wirklich einen inspireren.

Wie viel Christopher stecken in deinen Charakteren?

CD:
Das ist unterschiedlich. Im Normalfall versuche ich, meine Charaktere nicht ZU sehr an tatsächlich existierende Personen anzulehnen. Wobei ich durchaus mal gewisse Charakterzüge von Personen aus meinem Bekanntenkreis als Basis nehme, um darauf meine Figuren aufzubauen. Aber eine Geschichte zu schreiben, in der die Figur mir selbst zu ähnlich ist, würde sich denke ich eher seltsam anfühlen.

TAB:
Das ist wirklich interessant. Ich dachte vorher immer, dass Autoren etwas von der eigenen Person in Charaktere fließen lassen. Aber auch du wie andere Autoren beweist, dass dies nicht der Fall ist.

Welche reale Person würdest du wirklich gern in deinen Geschichten leiden lassen und auf welcher Art und Weise?

CD:
Um ehrlich zu sein: Gar keine. In meinen Geschichten geht es zwar durchaus mal blutig und brutal zu, in der Realität muss ich aber gestehen, dass ich Gewalt als Mittel der Konfliktlösung nicht gerade befürworten kann. Deshalb würde ich auch keine real existierende Person in meinen Geschichten quälen oder umbringen. Außer denen, die auf eigenen Wunsch gerne mal namentlich in meinen Stories vorkommen würden.

TAB:
Huii dann brauchen wir uns ja nicht mehr fürchten .

Welche Todesart würdest du bevorzugen?

CD:
Schwer zu sagen. Ich habe grade so viel Spaß am Leben, dass ich über den Tod gar nicht nachdenke. Aber wenn es mal soweit ist, würde ich gerne in der Playboyvilla mit ein paar Playmates bei einem Barbecue einen Herzinfarkt beim Gruppensex bekommen (natürlich NACH dem Essen).

TAB:
Ahhhhhh Kopfkino ….. Hundebabys, Hundebabys, Hundebabys

Würdest du, wenn es erlaubt wäre, auch die ein oder andere Vorstellung oder Fantasie in die Tat umsetzen?

CD:
Wie gesagt, in der Realität finde ich Gewalt nicht so toll. Meine Geschichten sind einfach nur Unterhaltung, wenn auch verstörende. Aber ich würde nie irgendwas davon in der Realität umsetzen oder auch nur wollen, dass es jemand anderes umsetzt. Da muss man denke ich schon eine klare Linie zwischen Realität und Fantasie ziehen.

TAB:
Da stimme ich Dir zu. Aber das können leider auch viele Leser nicht und werden bei ihren Rezensionen oft persönlich und beleidigend. Aber mit gefällt deine Einstellung sehr gut.

Im Dezember wird endlich dein Buchbaby im Redrum Verlag erscheinen. Erzähl doch kurz worum es geht und was es so besonders macht.

CD:
Blut und Tränen ist mein erstes Werk, das veröffentlicht wird und hat eine recht bewegte Geschichte. Ursprünglich sollte es eine reine Kurzgeschichtensammlung werden, doch nach und nach entwickelte sich das Ganze immer mehr zu einer zusammenhängenden Romanhandlung, die in mehreren Kurzgeschichten erzählt wird. Das ist jetzt zwar nichts, was absolut neu und einzigartig wäre, hat aber beim Schreiben wahnsinnigen Spaß gemacht. Die Geschichte dreht sich dabei um Rache, Heuchelei angeblich guter Menschen und zum Teil auch um Liebe bzw. darum, wie weit ein Mensch gehen würde, wenn man ihm das nimmt was er liebt. Also alles in allem ein recht unterhaltsames Werk, das sowohl blutige Schilderungen und Gewaltexzesse als auch eine durchdachte Story enthält, die sich dem Leser so nach und nach erschließt. Natürlich ist das nur meine eigene Meinung, und als Autor neigt man ja vielleicht dazu, das eigene Werk nicht ganz objektiv zu beurteilen. Mal sehen, was die Leserschaft davon hält, wenn es rauskommt.

TAB:
Das klingt schon sehr interessant und spannend – ganz nach meinem Geschmack. Bin schon ganz gespannt, was du da gezaubert hast . Auch die Erzählform finde ich auch sehr interessant und bin echt gespannt, wie das harmoniert.

Zum Abschluss noch eine Frage: Whisky oder Bier?

CD:
Das ist einfach. Nach dreizehn Jahren als Musiker in einer Heavy Metal Band ist mein Bedarf dahingehend eigentlich gedeckt und ich bevorzuge eher Grüntee und Kaffee. Was nicht bedeutet, dass ich zu nem guten Steak nicht gerne mal ein Fläschchen Bier trinke oder mir ab und an ein Gläschen Whiskey gönne. Aber das sind mittlerweile eher die Ausnahmen statt der Regel.

TAB:
Wow, du überraschst mich immer mehr. Aber mit diesem Hintergurnd kann man es gut verstehen.

Lieber Christopher,

ich danke dir recht herzlich für dein Interesse, deine Zeit und deine sehr interessanten, überraschende und informative Antworten. Es hat mir wirklich Spaß gemacht und freue mich schon auf Dezember

Also Bloodys, wenn Ihr Christopher genauso sympathisch und interessant findet dann bummelt doch mal auf seiner Autorenseite Christopher Derayes etwas rum und lasst ihm gern ein Däumchen da . Und im Dezember habt ihr auch ein Pflichtprogramm: „Blut und Tränen“ kaufen!!!

Hier noch der Facebook-Link:

https://www.facebook.com/ChrisDerayesOfficial/

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