Frischfleisch by Vincent Voss

IMG-20180805-WA0001
Klappentext / Inhalt

Lasst euch doch BRDigen!
Zombies in Deutschland!
Das Ende der Zivilgesellschaft!

Ein kannibalistischer Gerichtsmediziner aus dem norddeutschen Wakendorf II geht auf einem zurückgezogenen Resthof seiner Leidenschaft nach und wird zum allerersten Untoten.

Von dort aus greift  das Phänomen um sich und überrollt Deutschland.

Lediglich Tim Fabian, ein Journalist, und Professor Dr. Robert Jäger, ein Ethnologe, kämpfen gegen das Unmögliche, warnen die Bevölkerung, die gezielt im Unklaren gelassen wird und schmieden einen Plan, der sie zurück nach Wakendorf II bringt.

Dort nehmen sie den Kampf gegen die Untoten auf.

Vincent Voss erweckt in „Frischfleisch – Nullpersonen“ Untote in Deutschland zum Leben, legt die Zivilgesellschaft in Schutt und Asche und zeigt, wie Politik und Medien versagen.
Zu jeder Zeit hat der Leser das Gefühl, es könne wirklich so passieren.

Direkt in der Nachbarschaft.

Jetzt! Hier!

Quelle: (Klappentext, Verlag Torsten Low)

Inhalt:
Was passiert, wenn ein kannibalistischer veranlagter Gerichtsmediziner sich zurückzieht und an sich herum experimentiert? Er wird zum Untoten und sorgt für die Verbreitung der Seuche in Deutschland. Doch kann diese ausbreitende Apokalypse eingedämmt, wenn nicht sogar bekämpft werden?

IMG-20180805-WA0003

Meine Einschätzung

„Frischfleisch“ ist das erste Buch, dass ich von Vincent Voss und insbesondere aus dem Verlag Torsten Low gelesen habe. Wie auch schon bei anderen mir unbekannten Autoren bin ich ohne jegliche Erwartungen an die Geschichte herangegangen. Da Frischfleisch ein Zombiethriller ist, war ich nur gespannt, ob mich dieses Mal Zombies begeistern können :D.

Das Cover ist mit der blutigen Hand schon sehr ansprechend und anziehend und auch passend zur Geschichte gestaltet. Auch der Titel passt perfekt. Wieso? Dazu müsstet ihr den Thriller schon selber lesen.

Allerdings habe ich lange gebraucht, bis ich in der Geschichte drin war bzw. mit ihr warm wurde. Dies lag aber  nicht an dem klaren und flüssigen Schreibstil des Autors verfeinert mit einem Hauch Sarkasmus und Ironie oder gar an den häufigen Perspektivwechsel durch die Einführung weiterer handelnder Figuren an einem Ort oder die Ortswechsel aufgrund zur selben Zeit auftretender Ereignisse. Vielmehr lag es wohl an der Story selbst bzw. an der Idee der Story. Denn mittlerweile gibt es nach meiner Meinung schon zu viele Bücher, Filme oder Serien über Zombies oder über den Ausbruch einer Zombieapokalypse auch wenn diese hier sich etwas von den üblichen unterscheidet. Allerdings gefiel es mir besonders gut, dass der Autor in Frischfleisch Deutschland zum schaudern brachte und in Angst und Schrecken versetzte. Jeder Leser, der in Deutschland lebt, wird den ein oder anderen genannten Ort kennen, so dass dieser sich alles bildlich vorstellen konnte, wie das Grauen allmählich die Bevölkerung  in alltäglichen  Situationen überrannte und von ihr Besitz nahm. Angst, Panik, Ahnungslosigkeit und hilfesuchende Menschen führten daher zu einem unaufhaltsamen Chaos, das sich in kurzer Zeit in vielen Orten Deutschlands ausbreitete. Wer Action, Gewalt und Brutalität sucht, der hat sie hier gefunden. Explosionen hier, Schüsse dort, wild durcheinander rennende und schreiende Menschen, Flucht, hinter her hinkende und röchelnde Zombies und Opfer, die von diesen zerbissen und ihre Eingeweide in mehreren Stücken zerrissen werden. Blut und Brutalität wohin das Auge sieht. Je weiter die Apokalypse voran schritt, umso temporeicher wurde die Geschichte und es entstand erstmals richtig Spannung, die in einem actionreichen und atemberaubenden Finale endet.

Wie schon angedeutet, kommen in Frischfleisch viele handelnde Personen vor,  die keine besondere Tiefe besitzen, da ihre Schicksale nur verdeutlichen sollen, wie schnell die Seuche sich in kürzester Zeit ausbreitet. Zu dem stellt der Autor hier durch die unterschiedlichsten Reaktionen und Handlungen der Personen gekonnt dar, wie unterschiedlich Menschen sind und wie unterschiedlich sie mit solchen grausamen Ereignissen umgehen. Auch bei den beiden Protagonisten ist keine tiefenreiche Charakterentwicklung festzustellen. Allerdings treffen sie Entscheidungen, die einerseits die Geschichte vorantreiben und andererseits auch sehr mutig sind jedem Respekt gebühren. Besonders gut ist dem Autor die Darstellung der Handlungsweise der Behörden und der Regierung gelungen. Sie ist so realistisch und weist auch Parallelen zu aktuellen Themen im realen Leben auf. Natürlich verharmlost die Regierung , insbesondere die Bundeskanzlerin Merkel, die hier auch explizit namentlich genannt wird, die Situation in Deutschland. Zur Vermeidung einer Massenpanik verweigert sie jegliche Informationen oder Warnungen an die Bevölkerung oder gar helfenden Gruppierungen wie der Polizei, der Feuerwehr oder  Rettungssanitäter herauszugeben, denn schließlich „haben sie ja alles in Griff“, was nur zu einer Verschlimmerung der Situation führte. Hier erkennt man besonders die Kritik des Autors an die aktuelle Regierung, die man ebenso auf andere aktuelle Themen beziehen kann.

Ich muss aber sagen, genau so und nicht anders stelle ich mir auch einen Ausbruch der Apokalypse vor und dass die Regierung dabei tatlos zuguckt, wie die Zivilgesellschaft untergeht.

 

Fazit / Wertung

Frischfleisch ist ein solider Zombiethriller. Es hat gedauert, bis die Geschichte richtig Fahrt aufnahm und für mich dann interessant und spannend wurde. Allerdings fand ich den vorhandenen Sarkasmus und Ironie sehr belebend und auch die Kritik an der Regierung hat mich wirklich amüsiert. Denn die Regierung unter Merkel in Frischfleisch ist ein Ebenbild von der heutigen Regierung unter Merkel. Vielen Dank Herr Voss für diese kleinen Momente der Unterhaltsamkeit :D. Auch nach Frischfleisch kann ich sagen, Zombies können mich nicht  begeistern. Ich finde sie langweilig, dumm und doof :D.

Frischfleisch ist für mich persönlich jetzt nicht das Highlight gewesen, allerdings kann ich diesen allen Zombiefans, die es auch mal etwas härter mögen, empfehlen.

Ich vergebe daher 6,5  skull-and-crossbones-fake-tattoos-j von 10skull-and-crossbones-fake-tattoos-j

Zur Info:
Meine Wertungspunkte vergebe ich in Totenköpfen von 1-10, wobei 1 sehr schlecht und ununterhaltsam und 10 entsprechend sehr empfehlenswert und unterhaltsam ist.

Zu guter Letzt bedanke ich mich recht herzlich bei dem Verlag Torsten Low  für die Zurverfügungstellung eines Rezensionsexemplars und dem damit mir gegenüber entgegengebrachten Vertrauen.
Diese Tatsache beeinflusst aber in keinster Weise mein persönliches Leseempfinden.

Produktinformation

  • Taschenbuch: 410 Seiten
  • Verlag: Low, Torsten; Auflage: 1 (15. Juli 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3940036384
  • Größe und/oder Gewicht: 12,8 x 2,5 x 18,9 cm

Quelle: (Amazon, Verlag Torsten Low)


Über den Autor

_mg_6407
Vincent Voss absolvierte sein Abitur „an der grünen Schule“ und wollte dann Schriftsteller werden. Aber  nach schon einem halben Jahr hat er gemerkt, dass man nur vom Schreiben nicht leben kann und daher erst einmal nach Südostasien gereist.  Im Jahr 2008 hat Voss eher zufällig wieder mit dem Schreiben begonnen, da ein Internetforum zu einem Schreibwettbewerb aufrief. Seine Geschichten wurden entweder geliebt und gelobt oder zerrissen. Ein Jahr später nahm er auch an mehreren Ausschreibungen teil und veröffentlichte die ersten Kurzgeschichten. Mittlerweile hat Voss knapp 50 Kurzgeschichten und mehrere Romane veröffentlicht.

Quelle: (Biografie im Buch)
Fotoquelle: (Autorenwelt.de)

 

Über den Verlag

Unbenannt

Im Jahr 2005 gründete das Ehepaar Low den Verlag Torsten Low mit dem Schwerpunkt Phantastik, der ursprünglich als reiner Selbstverlag gedacht war. Der Fantasy-Zyklus „Dunkel über Daingistan“ wurde noch als Kleinstauflage in Handarbeit konzipiert – doch mit der Veröffentlichung der Anthologie „Lichtbringer“ begann der Verlag neue Wege zu beschreiten. Das Motto von Torsten Low lautet „fair verlegen“ und sucht dabei für Romane und Anthologien einen Mix aus unveröffentlichten Jungautoren und bereits veröffentlichten Autoren.  Doch dabei will er sich immer selbst treu bleiben.

„Ich verlege nur das, wovon ich selber überzeugt bin, es auch an den Leser zu bringen. Wir sind auf unzähligen Veranstaltungen, ich lese dabei auch für meine Autoren und schlüpfe beispielsweise für den Kannibalenhorror von Cecille Ravencraft („Im Zentrum der Spirale“) in die blutverschmierte Schürze. So etwas kann ich nur, wenn ich wirklich voll dahinterstehe.“
– Torsten Low –

Quelle: (Verlag Torsten Low)
Fotoquelle: (Verlag Torsten Low)

 

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: