Ohne Warnung by Sebastian Cohen

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Klappentext / Inhalt

In Keene, einer kleinen verschlafenen Stadt in New Hampshire, herrscht das herrlichste Sommerwetter, doch Duke verkriecht sich in seinem abgedunkelten Zimmer. Er kann sich kaum bewegen, ohne dass Wellen Schmerzen seinen Körper durchfluten. Die Abreibung, die er gestern in der Kiesgrube von seinen vermeintlichen „Freunden“ bekommen hatte, war heftig – zu heftig. In den Tagen der Heilung, schwört er sich, nie wieder ein Opfer zu sein! Nie wieder ein Verlierer!
Mit viel Einfallsreichtum und Finesse findet Duke Mittel und Wege, die perfekten Verbrechen zu inszenieren. Immer wieder findet er sich in Situationen wieder, die seine „dunkle Seite“ in ihm zum Handeln zwingen. Nur die Liebe kann ihn wieder auf die richtige Bahn bringen. Wird er diese finden?

Das Buch nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise quer durch die USA und begleitet Duke bei seiner Metamorphose vom schüchternen Jungen zum technisch versierten Computergenie, der mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und einer gehörigen Prise Gesellschaftskritik zu einem Bösewicht heranwächst, den man einfach mögen muss. Er gerät in einen Strudel von Gewalt, Liebe Verlust, Abenteuern und der Suche nach sich selbst. Duke sucht nicht die Gewalt, aber sie findet ihn…

„Sebastian Cohen geht ein paar Schichten tiefer ins Selbstverständnis von Leben, Liebe, Sex, Partnerschaft, Abhängigkeit und Szenen. Der Protagonist versteht sein Handwerk, und zwar bis ins aller- allerletzte Detail. Es ist ein gekonnter Rundumschlag im schier ewigen Kreislauf von Determinismus und Serendipität. Ein Tsunami an Vorkommnissen rund um das allwärtige Thema: Quo Vadis.“
Mag. Tom Strobl, Wien

Quelle: (Klappentext, SebastianCohen.com)

Handlung:
Duke. Ein 14 jähriger Junge aus Keene, der  Einzelgänger ist und jede Auseinandersetzung mit anderen meidet. Doch eines Tages ändert sich alles schlagartig. Als Opfer einer Gewalttat schwor er sich nie wieder schwach und hilflos zu sein und an seinen Peinigern Rache zu nehmen.

 

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Meine Einschätzung

Das Cover ist sehr schön gestaltet und wirkt überhaupt nicht billig. Allerdings finde ich das Motiv nicht sehr passend. Das einzige jedoch was  daran gut zur Geschichte passt, ist das Gefühl der Verlorenheit, was es durch die Darstellung der Wüste ausstrahlt.

Der Leser steigt direkt ins Geschehen und lernt dabei den Protagonisten Duke kennen, den er im Verlauf seines Lebens und während des ganzen Romans begleiten wird. Dukes Entwicklung, insbesondere seine charakterliche Entwicklung,  Gefühle und Gedanken werden hierbei  vom Autor sehr detailliert und facettenreich beschrieben und zum Ausdruck gebracht. Es ist schon erstaunlich, wie ein Einzelgänger, der wirklich mit so gut wie niemandem Kontakt hatte und alle Auseinandersetzungen und Streitereien durch seine Abwesenheit vermieden hat zu einem sehr raffiniert denkenden und planenden Rächer, aber auch zum erfolgreichen jungen Mann wird. Hier verdeutlicht der Autor, dass ein straffälliger Mensch bzw. Verbrecher nicht von Geburt an Böse ist. Meist entwickelt sich „die böse Seite“ eines Menschen durch Erlebnisse und Erfahrungen, die jemand macht, wie in diesem Fall auch Duke. Leider erwacht das Böse in einem Menschen immer öfters in ähnlichen Situationen. Wenn man jedoch den richtigen Menschen kennen und lieben lernt, wird diese Seite weitestgehend gehemmt. Man kann sich in Duke gut hineinversetzen und viele seiner Gedanken verstehen, wenn man schon selbst solche Erfahrungen gemacht hat. Allerdings sind die daraus resultierenden Handlungen gegen alle Gesetze der Menschlichkeit. Trotz allem muss man  sagen, dass er wirklich sehr durchdacht und raffiniert seine Taten plant. Er ist sozusagen ein kleines Genie.

Auf seiner Reise des Lebens lebt Duke an verschiedenen Orten, die vom Autor wirklich ausführlich und sehr lebhaft beschrieben werden. So kann der Leser sie sich während des Lesens wirklich gut und bildhaft, wie in einem Film, vorstellen. An diesen Orten lernt Duke auch immer wieder neue Personen kennen. Je enger die Bindung der anderen Charaktere zu Duke war, desto mehr Tiefe erhielt ihre Charakterisierung und Beschreibung. Nichtsdestotrotz hat jede handelnde Person ihre eigene Ausdrucksweise vom Autor erhalten.

Der Schreibstil ist flüssig und einfach gehalten und somit gut zu verstehen. Die Geschichte beginnt schon sehr temporeich und rasant, sodass man zunächst tief in den Bann gezogen ist. Bei den ganzen Planungen der Racheakten kann man sich vor Spannung kaum halten, weil man immer mitfiebert, ob eine Tat auch wirklich so gut endet, wie geplant. Doch zum Mittelteil hin, in der die Liebesgeschichte zwischen Duke und seiner Angebeteten sehr ausschweift, nimmt diese Spannung rapide ab und ich persönlich habe es dann einfach nur gelesen mit der Hoffnung, dass noch einmal etwas außergewöhnliches, spannendes, brutales oder gar überraschendes passiert. Leider steh ich überhaupt nicht auf  Liebesgeschichten und Romanzen :D.  Dieser Teil hat mir dann schon die Leselust genommen. Zum Ende hin wurde es wieder interessanter, da die Geschichte wieder an Tempo und Spannung zunahm. Doch das Ende selbst ist ein wirklich arger Cliffhanger. Denn so wie“Ohne Warnung“ endet, ist der Leser sozusagen „gezwungen“ den nächsten Teil zu lesen, um zu erfahren was mit Duke passiert. Das Ende gefiel mir daher überhaupt nicht. Ich mag offene Enden, die einen Leser dazu führen weiter zu fantasieren und die Geschichte somit für sich abzuschließen, aber nicht so einen Cliffhanger ;D. Cliffhanger sind wirklich böse… ganz böse 😀


Fazit / Wertung

„Ohne Warnung“ ist der erste Teil der Duke-Roman-Reihe. Die Idee ist wirklich gut, der Roman war auch recht unterhaltend, doch leider nahm die Spannung beim Mittelteil ab. Auch die Romanze war mir persönlich zu ausschweifend und der Cliffhanger am Ende sehr unbefriedigend. Besonders gut gefiel mir jedoch, dass der Autor seinen Hauptaugenmerk auf den Protagonisten Duke gelegt hat und vorrangig seine Charakterentwicklung und Handlungen dargestellt hat. Ich mag auch die Vielfältigkeit des Romans. Denn „Ohne Warnung“ kann man jetzt nicht eindeutig einem Genre zuordnen, denn irgendwie hat er von jedem etwas. Ich denke ich werde auch die anderen Teile lesen, jedoch zu einem späteren Zeitpunkt.

Diesen Roman würde ich Lesern,  die gerne facettenreiche Romane, Thriller, Romanzen oder gar Krimis lesen, empfehlen.

Ich vergebe 6 skull-and-crossbones-fake-tattoos-j von 10 skull-and-crossbones-fake-tattoos-j

Zur Info:
Meine Wertungspunkte vergebe ich in Totenköpfen von 1-10, wobei 1 sehr schlecht und ununterhaltsam ist und 10 entsprechend sehr empfehlenswert und unterhaltsam ist.


Produktinformation

  • Taschenbuch: 297 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (13. Januar 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 9781542539562
  • Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 2 x 20,3 cm

Quelle: (Amazon)

Über den Autor

Sebastian Cohen
Sebastian Cohen, Jahrgang 1970, bereiste bereits mehr als 45 Länder und lebte viele Jahre in Panama, Ecuador und Nicaragua. Die Erlebnisse vieler Orte und Reisen prägten ihn und verhinderten,  Zeit zu finden, um erwachsen zu werden.

Nichts ist spannender als zu reisen. Alles ist vergänglich, doch Erinnerungen bleiben für immer. Inspiriert von seinen Reisen entstand die Idee, einige Orte und Abenteuer mit dem Protagonisten Duke zu verbinden.

Quelle: (Autoreninformation im Buch, SebastianCohen.com)

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