Scar by Jack Ketchum & Lucky Mckee

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Klappentext / Inhalt

„Scar ist ein furchterregendes, fesselnde Buch über eine Familie am Abgrund – und zugleich ein herzergreifende Geschichte über ein Mädchen und ihren Hund. Die Sprache ist glasklar, das Tempo atemberaubend.
Jack Ketchum und Lucky McKee haben einen verdammt guten Roman geschrieben.“

Stephen King

Handlung:
Das elfjährige Mädchen Delia Cross ist Schauspielerin und bereits durch ihre Werbedrehs bekannt. Doch irgendwie ist sie damit nicht glücklich. Auch ihrer Familie kann sie sich nicht anvertrauen: ihre ehrgeizige Mutter treibt sie von einem Termin zum anderen, ihr Vater ist alkoholabhängig und ihr Bruder ist auf ihren Erfolg eifersüchtig. Einzig der treue Familienhund und zugleich ihre beste Freundin Caity ist immer für sie da und hört ihr zu. Doch dann hat Delia einen Unfall, bei dem sie durch die Rettung von ihrem Hund Caity dem Tod entkommt. Doch auch diesen Unfall will ihre Mutter vermarkten, bis Delia sich wehrt…

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Meine Einschätzung

Das Cover stellt das Gesicht eines Mädchens dar. Es ist aus Porzellan und damit das  einer weiblichen Puppe. Besonders auffällig ist der lange Riss im Gesicht, der auf ein menschliches bezogen eine Narbe darstellen soll. Auch die glasklaren grün grauen Augen fesseln den Leser und hauchen dem Porzellangesicht Leben ein. Die Gestaltung des Covers ist wirklich gut durchdacht und das Motiv passt sehr gut zur Geschichte. Warum? Das müsst Ihr selber herausfinden 🙂

Der Klappentext von Scar ist dieses Mal auch einzigartig. Anstelle einer kurzen Beschreibung der Handlung, findet der Leser dort die Meinung des weltbekannten Horrorautors Stephen King, der Scar als „verdammt guten Roman“ betitelt. Zugegeben bin ich kein Fan von Stephen King abgesehen von einzelnen Werken wie Shining und It. Umso neugieriger hat mich sein positives Feedback auf die Geschichte gemacht.

Doch wer jetzt einen typischen Ketchum erwartet bei dem das Blut nur so fließt, könnte enttäuscht werden. Denn Scar ist alles andere als ein typischer brutaler und blutiger Ketchum. Das Buch wirkt eher wie ein Drama über ein zerbrochenes Familienleben mit Thrillereffekten und viel Tiefe. Ein Ketchum, der mir auch ohne Blut und Brutalität den Atem geraubt und mich begeistert hat.

Ohne langes Drumherum taucht der Leser direkt ins Geschehen ein und lernt die Protagonistin Delia, ihren Hund und ihre Familie kennen und erhält einen Einblick in das Zusammenleben der Familie. Schnell merkt man, dass sich das Familienleben um Delia und ihre Schauspielerei dreht. Denn sie ist die Einnahmequelle der Familie. Ihre Mutter schleppt sie von einem Termin zum anderen und achtet darauf, dass Delia immer bestens vorbereitet ist. Sie selbst jedoch arbeitet nicht. Auch ihr Vater ist arbeitslos und widmet seine Zeit lieber dem Alkohol oder Dingen, die er sich von dem Geld, das Delia für ihre Auftritte erhält, kauft. Delias Bruder geht im Gegensatz zu ihr zur Schule,  lebt in ihrem Schatten und wird kaum von den Eltern beachtet. Die einzelnen Charaktere sind gut ausgearbeitet, wirken authentisch, auch wenn einige eher oberflächlich gehalten werden. Denn die Autoren heben eher die Handlungen, Gefühle und Gedanken der Personen vor. Damit versuchen sie auch die Gefühle des Lesers anzusprechen, denn einige findet man sympathisch und andere wiederum würde man am liebsten in die Hölle verbannen.

In diesem Zusammenhang gefällt mir besonders die Darstellung und Charakterentwicklung von Delia. Anfangs möchte sie die Familie zusammenhalten und gehorcht ihrer Mutter. Sie macht alles, was man von ihr verlangt, dennoch nimmt sie sich auch Zeit für ihre vierbeinige Freundin Caity, das tierische und einzige Familienmitglied, dass immer für sie da ist und sie versteht. Ihre Freundschaft und Verbundenheit ist wirklich äußerst herzlichst, tiefsinnig und innig – besser gesagt einfach außergewöhnlich. Es ist wirklich herzergreifend, wie sie füreinander da sind und miteinander umgehen. Mehr verrate ich jedoch nicht, da Ihr schließlich selber diese Freundschaft beim Lesen erleben und  begleiten sollt. Doch nach ihrem Unfall sieht Delia die Welt klarer und mit anderen Augen. Sie erkennt, dass Schauspielerei und gutes Aussehen nicht alles bzw. nicht das Wichtigste im Leben ist und wehrt sich gegen ihre Mutter und von dieser angestrebte Geldmacherei mit ihrer Person. Dadurch wirkt sie für eine Elfjährige reifer als mancher Erwachsene. Delia ist für mich ein wirklich starkes und unglaubliches Mädchen, was für ihr Alter schon viel miterleben musste. Sie könnte wirklich ein Vorbild für jeden Menschen sein.

Als Hundebesitzerin hat es mich gefreut, dass in diesem Roman ein Hund eine größere Rolle spielt. Ich liebe Hunde und sage immer wieder, dass sie mit ihrer treuen und lieben Art die besseren Menschen sind. Sie merken, wenn es dir nicht gut geht, hören dir immer zu ohne zu meckern oder zu jammern, sind immer für dich da und machen dich einfach nur glücklich. Diese tollen Charakterzüge haben die Autoren auch Caity verliehen, so dass jeder Hundebesitzer seinen eigenen Hund in ihr wieder erkennen konnte.

Auch wenn ich persönlich Delias Mutter in der Hölle schmoren lassen möchte, ist ihre Charakterisierung auch besonders realistisch und gut gelungen. Sie stellt die typische  ehrgeizige und strebsame Mutter dar, die ihr Kind ihren eigenen Traum leben lässt ohne Rücksicht auf Verluste. Ruhm, Geld und Ehre ist das Wichtigste für sie, auch wenn sie dies erst durch ihre Tochter erhält. Es ist wirklich erschreckend wie gefühlskalt ein Mensch wie sie sein kann und wie weit so ein Mensch für die Auslebung seines Traums gehen würde. Sie ist in meinen Augen eine richtige Rabenmutter, die man als Mutter keinem Kind wünschen würde. Aber leider gibt es auch im richtigen und realen Leben solche Mütter.

Der Schreibstil ist klar, präzise und flüssig. Durch die spannende und einfühlsame Erzählweise der Autoren ist man schon von der ersten Seite an gefesselt und ins Geschehen hineingezogen. Besonders gut gefielen mir auch die überraschenden Wendungen und unvorhersehbaren „Plot Twists“. Der Schlussteil hat es wirklich nochmal in sich. Es ein atemberaubendes und packendes Ende einer bis dahin wirklich mitreißenden, spannenden und grandiosen Geschichte.

Fazit / Wertung

Ich bin immer noch sprachlos.  Scar ist ein wirklich herzzerreißender Roman, der den Leser sprachlos und nachdenklich zurücklässt. Denn die Geschichte könnte auch eine wahre Begebenheit oder das Leben vieler Familien im realen Leben wiederspiegeln. Solch eine Geschichte zu schreiben, finde ich daher sehr passend. Für mich stellt sie eine Art Kritik bezüglich der Medien aber auch eine Warnung dar. Denn sie verdeutlicht, wie Menschen sich durch Ruhm und Geld verändern können und welche Folgen dies auf das Zusammenleben mit ihren Mitmenschen hat. Dabei kann eine Freundschaft, Liebe oder ein Familienleben schneller zerbrechen, als man glauben mag. Allerdings zeigt Scar auch, was für einen Menschen da wichtigste im Leben sein sollte: Zusammenhalt, Liebe, Freundschaft, Vertrauen, Gesundheit und dass man sich selbst auch so akzeptiert wie man ist.

So eine extreme Achterbahnfahrt der Gefühle hatte ich schon lange nicht mehr. Diese Freundschaft zwischen Hund und Mensch hat mich emotional wirklich mitgenommen und beeindruckt. Ich denke es liegt auch daran, dass ich selbst so eine enge Bindung zu meinem Hund habe und mich somit in beide gut hineinversetzen konnte. Scar ist wirklich spannend, fesselnd und dramatisch mit einem atemberaubenden Ende. Ein Ketchum, bei dem die Brutalität mal keine große Rolle spielt, aber dennoch begeistert. Diesen Roman kann ich wirklich nur empfehlen!!! Wer ihn nicht liest, verpasst für in meinen Augen eine grandiose Story.

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Zur Info:
Meine Wertungspunkte vergebe ich in Totenköpfen von 1-10, wobei 1 sehr schlecht und unterhaltsam und 10 entsprechend sehr empfehlenswert und unterhaltsam ist.

 

Produktinformation

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (10. April 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3-453-67717-3
  • Originaltitel: The Secret Life of Souls
  • Größe und/oder Gewicht: 13,5 x 3,2 x 20,5 cm

Quelle: (Heyne Hardcore-randomhouseAmazon)


Über die Autoren

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Jack Ketchum ist das Pseudonym des ehemaligen Schauspielers, Lehrers, Literaturagenten und Holzverkäufers Dallas Mayr (geboren am 10.11.1946). Er gilt heute als einer der absoluten Meister des Horror-Genres. 2011 wurde er zum Grand Master der World Horror Convention ernannt. Er erhielt fünfmal den Bram Stoker Award, sowie 2015 den Lifetime Achievement Award der Horror Writers Association. Am 24.01.2018 verlor Jack Ketchum den Kampf gegen den Krebs und verstarb.

Ich habe ihn auf der Dark Zone 2016 noch persönlich getroffen und mich mit ihm lange unterhalten. Er ist/war so ein lieber und netter Mensch. Er ist auch mein zweiter Lieblingsautor und ich bin unendlich traurig darüber, kein neues Werk mehr von ihm lesen zu können.

Quelle: (Autoreninformation im Buch, Heyne Hardcore-randomhouse)

Ruhe in Frieden Dallas ❤

Lucky-McKee-Talkhouse-Film
Lucky McKee ist Autor, Schauspieler und Regisseur. Zu seinen Werken gehören der Kultfilm May, sowie die Verfilmung von Beuterausch, für die er zusammen mit Jack Ketchum das Drehbuch un die Romanfassung schrieb.

Quelle: (Autoreninformation im Buch)

 

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