Candygirl by Michael Merhi

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Inhalt / Klappentext

Bobby war nicht böse. Das Leben war böse. Die Umstände waren böse. Sein Vater, ja der war abgrundtief böse, aber er? Bobby?
Niemals!!
Das zwölfjährige Mädchen Candygirl gerät in die Fänge des Zuhälters „Schweineschwarte Bob“, der ihr das Leben zur Hölle macht. Der sadistische Mann setzt alles daran, das zwölfjährige Mädchen sowohl seelisch als auch körperlich zu brechen.
Wie ein Stück Vieh wird das junge Mädchen gebrandmarkt und von einem perversen Kunden an den anderen weitergereicht.
Und was war mit Bobby? Bobby interessierte es einfach nicht, ob es kleine Mädchen oder Jungs waren, er nahm sie beide gern, schließlich waren es doch Gottes Kinder und der Mann hasste Gott.
Abgrundtief!!

Quelle: (Klappentext, redrum-verlag)

Handlung: Bobby alias Robert Dunhill hatte keine leichte Kindheit. Er wurde von seinen Mitschülern gehänselt, gedemütigt und erniedrigt und auch zu Hause musste er die Misshandlungen seines Vaters ertragen. Als dann noch Shelly Baxter, das  heiß begehrte Mädchen der Schule und seine große Liebe auch noch mit seinen Gefühlen spielt, dreht er völlig durch und rächt sich für seine seelischen Narben an den Menschen. Im Laufe seines Lebens stumpft sein Mitleid und Gewissen immer mehr ab und er sinkt tiefer in die menschlichen Abgründe. Denn er betreibt Kinderprostitution und kauft für sein Gewerbe ein neues 12-jähriges Mädchen mit dem Namen „Candygirl“ alias Candis Bernstein. Sie hat ebenfalls schon viel in ihren jungen Jahren durchmachen müssen und sieht auch noch Bobbys erster Große Liebe Shelly verdammt ähnlich. Daher gestaltet er die Hölle, die die Kinder überstehen müssen, für sie noch unerträglicher als für die anderen. Aber er ahnt jedoch nicht, wie stark Candis wirklich ist…

 

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Meine Einschätzung

Zunächst ein kurzes Wort zum Cover: Es stellt das Gesicht einer jungen rothaarigen Frau/Jugendlichen dar, dessen eine Seite blutunterlaufen ist. Es zeigt schon deutlich, dass Gewalt und Brutalität eine große Rolle spielen werden. Zudem ist das Motiv des Covers sehr passend ausgewählt, da eine der Hauptprotagonisten  eine junge rothaarige Frau ist. Es hat mich direkt angesprochen und neugierig gemacht.

Wie auch schon bei Gone Mad von A.C Hurts habe ich überwiegend positives von Candygirl gehört und mir es auch auf Empfehlung anderer Leser dann direkt mit Gone Mad bei REDRUM bestellt. Hierbei muss ich erwähnen, dass es meine allererste Bestellung bei REDRUM war.  Im Zusatzfeld habe ich um eine kleine Widmung, sowie einer Autogrammkarte und dem Lesezeichen von BigHead gebeten. Meine Wünsche wurden erfüllt und ich habe zusätzlich noch zwei weitere Lesenzeichen erhalten. Ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut und bedanke mich hier erst einmal recht herzlich bei Michael Merhi dafür.

Nachdem mich schon das Cover angesprochen hat, war ich erst recht auf die Geschichte gespannt. Auch hier muss ich vorab erwähnen, dass Candygirl das erste Werk von Michael Merhi ist, was ich von ihm gelesen habe. Zufällig ist es auch sein allererstes Buch, was jedoch nicht so auffällt, da es brilliant ist, abgesehen von kleinen Rechtschreib- und Grammatikfehlern :). Ich sag nur was für ein krasser, kranker, aber dennoch genialer Scheiß ❤ Ich war von Anfang an in den Bann  einer kranken, brutalen, blutigen und grausamen Welt des Horrors gezogen und gefesselt – wobei die Geschichte auch in einer realen Welt immer wieder vorkommen kann und kommt und auch auf einer wahren Begebenheit ruht.

Candygirl handelt an sich hauptsächlich um die Geschichte von Candygirl alias Candis Bernstein, die die Hölle bei Schweineschwarte Bob alias Robert Dunhill erleiden muss. In zwei unabhängigen Rückblenden lernen wir das gegenwärtige Verhalten und  Taten der beiden Protagonisten zu verstehen, in dem der Autor uns in ihre Kindheit zurückführt und detailliert die schrecklichen Erlebnisse beschreibt, die einerseits die Hintergrundsgeschichten der beiden Protagonisten darstellen, andererseits auch Gründe für das gegenwärtig Verhalten liefern.

In der ersten Rückblende lernen wir Bobby alias Robert Dunhill kennen. Er ist ein ganz normaler Schüler, der jedoch wegen seinem Aussehen von seinen Mitschülern gemobbt, gedemütigt und erniedrigt wird. Von ihnen hat er auch den in seinem Erwachsenenleben allbekannten Spitznamen „Schweineschwarte Bob“ erhalten.  Als ob die Demütigungen und Erniedrigungen seiner Mitschüler nicht schon ausreichen, muss er auch noch die Misshandlungen seines Vaters ertragen. Trotz all dieser schrecklichen Erfahrungen und Schmerzen, kann er noch Liebe für eine seiner Mitschülerinnen empfinden. Beim Lesen der detailliert beschriebenen Situationen kann man schon etwas Mitleid für diesen seelisch und körperlich verletzten Jungen empfinden. Jeder der schon einmal in seinem Leben gehänselt, wenn nicht sogar gemobbt wurde, weiß wie sehr es einen innerlich verletzt, auch wenn man es nach außen hin versucht zu verbergen und nicht zeigen möchte. Doch dieses Mitleid hält sich arg in Grenzen und wandelt sich schlagartig in Antipathie und Verständnislosigkeit, wenn nicht sogar Hass um. Denn aus dem bemitleidenswerten Außenseiter wurde ein brutaler und sadistischer Psychopath, der selbst andere misshandelt, vergewaltigt und ermordet.

Hierbei kritisiert der Autor die Missstände in unserer Gesellschaft, indem er das Tabu-Thema Kindermisshandlung aufgegriffen hat. Dabei verdeutlicht er, dass niemand böse geboren wird, sondern  zeigt, was aus einem Menschen werden kann, der in seiner Kindheit so schreckliche und grausame Taten erlebte. Der dies nie verarbeiten konnte und damit allein zurechtkommen musste. Ich finde es sehr gut, dass er diese Kritik öffentlich äußert, da heutzutage die Menschen, insbesondere die Politiker, lieber die Augen vor der Realität verschließen. Dabei ist es wichtig, dass Opfer solcher Taten unterstützt und begleitet werden, um die Erlebnisse besser, wenn nicht sogar überhaupt, verarbeiten zu können.

In der zweiten Rückblende lernen wir Candygirl alias Candis Bernstein, ein nunmehr zwölfjähriges Mädchen kennen. Auch ihre Kindheit und Erlebnisse werden sehr detailliert beschrieben. Doch nach dem Tod ihres innig geliebten Vaters ändert sich ihr Leben schlagartig. Ihr glückliches Leben wird zur reinsten Hölle. Hier trägt auch ihre eigene Mutter ein großes Stück bei. Doch mehr möchte ich Euch nicht verraten 🙂 Dabei kann ich die Gefühle und besonders die Wut und den Hass von Candis ihrer Mutter gegenüber sehr gut nachempfinden. Wer eine solche Mutter hat, der braucht keine Feinde mehr zu haben.

Die Charakterisierung der beiden Protagonisten ist dem Autor sehr gut gelungen. Man kann sich in die Figuren gut hinein versetzen und ihre Gefühle und Gedanken sind sehr lebhaft geschrieben, so dass man als stiller Leser darüber nachdenkt, ob man in deren Situationen ebenfalls so fühlen und handeln würde. Ebenfalls schmückt der Autor die Gewalt- und Sexszenen mit besonders viel Brutalität, Gewalt, Perversität und Blut aus. In diesen Szenen lässt er uns schonungslos und jede Grenze überschreitend in die menschlichen Abgründe und Grausamkeiten eintauchen. Hierbei nimmt der Autor auch kein Blatt vor dem Mund.

Der Schreibstil ist präzise, klar,  flüssig und nicht zu langatmig. Mir gefällt die Anwendung von umgangssprachlicher Rede, die teilweise auch schon sehr gossenhaft klingt, was besonders gut zur Geschichte passt. Auch der Einbau einiger Filmzitate gefällt mir besonders gut und lockert etwas die spannende und düstere Atmosphäre auf. Die Geschichte hat für mich auch einen humorvollen Touch. Denn teilweise sind die Szenen durch ihre abgedrehte Überziehungen sehr amüsant. Ich sage nur Dynamit und Chinaböller 😀 Auch die Spannung bleibt mit den Einbau überraschender Wendungen von der ersten bis zur letzten Seite vorhanden. Das Ende ist ein richtiger Knaller und das Sahnehäubchen einer grandiosen Geschichte.

Ich finde es gut, dass der Autor das schwierige Thema Kindesmisshandlung/Kinderprostitution schonungslos, tiefgründig  und ohne jegliche Beschönigung darstellt. Denn solche Themen werden gern verschwiegen und unter dem Teppich gekehrt. Diese Darstellung regt auch dazu an über diese Themen nachzudenken und nicht die Augen zu verschließen.

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Mein Fazit / Bewertung

Wow, was ein kranker, abartiger aber genialer Scheiß. Ich habe größten Respekt vor dem Autor und seinem Mut über ein solch heikles und schwieriges, aber auch realitätsnahes Thema zu schreiben und dies ohne jegliche Beschönigung. Die Kritik an unserer Gesellschaft wird durch die Darstellung der grausamen Taten und ihren daraus folgenden Konsequenzen ziemlich deutlich und regt einen zum Nachdenken an. Nichts desto  trotz habe ich mich durch die besondere Erzählweise sehr unterhalten gefühlt. Ich war von der ersten Seite an gefesselt und durch den Einbau einiger lustiger Ideen und Filmzitate war die Geschichte auch teilweise sehr amüsant.

Candygirl ist ein sehr mitreißender, brutaler und kranker Horrorroman. Ich kann diesen absolut jedem empfehlen, der sich nicht von extremen Horror ohne jeglichen Grenzen abschrecken lässt und starke Nerven sowie einen starken Magen besitzt.

Wer jedoch keine ausführliche und detailliert beschriebene Misshandlungen und Vergewaltigungen an Kindern ertragen kann, sollte dieses Buch auf keinen Fall lesen!

Eins noch: Ypiieeh ya yeah, Schweinebacke!! 😀 😀 😀 🙂

Ich vergebe 9 skull-and-crossbones-fake-tattoos-j von 10  skull-and-crossbones-fake-tattoos-j

Zur Info: Meine Wertungspunkte vergebe ich in Totenköpfen von 1-10, wobei 1 sehr schlecht und ununterhaltsam und 10 entsprechend sehr empfehlenswert und unterhaltsam ist.

Produktinformation

  • Taschenbuch: 434 Seiten
  • Verlag: REDRUM BOOKS HARDCORE; Auflage: 1 (28. August 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3959570107
  • Größe und/oder Gewicht: 15,2  x 22,9 cm

Quelle: (Amazon, redrum-verlag)

 

Über den Autor

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 „REDRUM ist anders.
REDRUM will nicht nur Geschichten erzählen und unterhalten.
REDRUM will Menschen bewegen und zum Nachdenken anregen.«

Michael Merhi

 

Michael Merhi (geb. 1976) ist Verleger von REDRUM BOOKS, Hörbuch-Produzent und Autor.
Sein hochgelobter Debütroman CANDYGIRL wurde mit dem Skoutz Award als ›Bestes Horrorbuch 2017‹ ausgezeichnet. Er ist ein Schriftsteller der polarisiert, denn seine Bücher greifen brisante Themen auf, beispielsweise Kindesmissbrauch oder die Misshandlung pflegebedürftiger Personen.

Quelle: (redrum-verlag, Amazon)

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