Jagdtrip by Jack Ketchum

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Klappentext / Handlung

Jemand lauert im Dickicht

Der Soldat hat den Krieg überlebt. Doch die Erinnerungen verfolgen ihn Tag und Nacht. Er meidet seine Mitmenschen. Er weiß, dass er für sie zur Gefahr werden kann.

Eine Gruppe von Campern packt ihre Sachen für ein Wochenende in den Wäldern. Angelausrüstung, Kameras, Schwimmsachen, Gewehre. Vielleicht haben sie Glück und stoßen auf Wild?

Ein Knacken im Unterholz. Der Soldat hält inne und lauscht. Dann hört er Stimmen. Und der Krieg hat ihn wieder …

Quelle: (Klappentext des Buches)

Handlung:
Lee Moravian ist Kriegsveteran und seit dem ein anderer Mensch geworden. Die Erinnerung verfolgt ihn in seinen Träumen. Er lebt tief in einem Wald zurückgezogen und meidet den Kontakt zu Menschen. Doch eines Tages ist er nicht mehr dort allein, denn eine Gruppe von Campern hat sich dort zum Angeln und Jagen niedergelassen. Er hört ihre Stimmen und beobachtet ihr Lager. Lee fühlt sich schlagartig wieder in den Krieg zurück versetzt. Er muss sich gegen diese Fremden, die eine Bedrohung für ihn darstellen, wehren und macht sich auf die Jagd nach ihnen…

 

Meine Einschätzung

Auf dem Cover sind dicht gewachsene Äste in einer dunklen und nebeligen Umgebung zu sehen. Sie sollen den vorkommenden Wald darstellen und bilden gleichzeitig eine düstere und angsteinflößende Stimmung.  Die Art und Farbe der  Schriftgestaltung des Titels ist passend zu der Story.  Im Ganzen ist das Cover sehr gut und durchdacht zur Geschichte gestaltet.

Der vom Heyne Verlag 2016 veröffentlichte Roman „Jagdtrip“ ist ursprünglich 1987 unter dem Titel Cover erschienen und damit das dritte Werk Ketchums.

Ketchum startet diesen Roman mit einem  Vorwort von ihm. In diesem Vorwort beschreibt er ausführlich wie es zu dieser Story über einen Kriegsveteran aus dem Vietnam-Krieg kam. Dabei stellt er deutlich heraus, wie schwierig es für ihn war, die Erfahrungen eines Kriegsveteran aus dem Vietnam-Krieg glaubwürdig darzustellen, da er selbst nicht im Krieg gedient hat. Hierfür hat er recherchiert, viele Bücher zu diesem Thema gelesen und auch Gespräche mit Veteranen geführt.

Die Geschichte ist zunächst in zwei Handlungssträngen aufgeteilt. Im Vordergrund steht dabei Lee, ein Kriegsveteran aus dem Vietnam-Krieg. Er ist zwar lebend aus dem Krieg gekommen, aber ist seit dem auch ein anderer Mensch geworden. Der Krieg hat ihn geistig und seelisch zerstört, sodass er unter einem Kriegstrauma leidet. Lee lebt ständig unter  (Verfolgungs-) Ängsten und zum Schutz der Menschen zieht er sich zurück und führt ein einsames Leben mit seinem Hund Pawlow. Ketchum beschreibt hier tiefgründig und sehr glaubwürdig, was der Krieg aus den meisten Menschen macht und dass nicht nur die Soldaten selbst an ihm, sondern auch viele ihrer Ehen oder auch ihre Familienmitglieder zerbrechen. Dieser Handlungsstrang zeigt zu einem die Gefühle und das Verhalten von Lee in der Gegenwart und zum anderen werden auch die Erinnerungen an die Geschehnisse im Krieg in einer Rückblende dargestellt. Diese Rückblenden kommen im Verlauf der Geschichte immer wieder vor und heben die Grausamkeiten des Krieges hervor.

Der zweite Handlungsstrang beschäftigt sich mit einer Gruppe aus 6 total charakterlich unterschiedlichen Personen und deren Lebensweisen und Beziehungen. Diese beiden Handlungsstränge treffen im weiteren Verlauf  der Geschichte dann aufeinander.

Durch die detaillierten Beschreibungen und Einführungen der verschiedenen Figuren insbesondere Lee und die Folgen seines Traumata hat sich die Geschichte am Anfang etwas gezogen und kam nur langsam in Fahrt. Sobald jedoch der Jagdausflug in den Wald  als Abenteuer für die Camper startet, steigt die Spannung. Besonders fesselnd war die Geschichte ab dem Zeitpunkt, als Lee die Campinggruppe entdeckt und in dieser seinen Feind sieht.  Die Gewaltszenen sind für einen Ketchum Roman eher mild und nicht ganz so brutal, wie man es sonst von ihm kennt. Mir hat auch die Einbeziehung von militärischen Kriegstaktiken bei den Erlebnissen im Wald sehr gut gefallen.

Der Schreibstil ist soweit flüssig, etwas knapp aber präzise und man ist schnell im Geschehen drin. Durch seine Ausdrucksweise und seinen stilistischen Mitteln schafft der Autor eine düstere und leicht gefährliche Atmosphäre. Leider ist die Geschichte relativ vorhersehbar, was wohl daran liegen mag, dass der Autor womöglich den Hauptaugenmerk auf seine Kritik an den Vietnam-Krieg aufgrund der Folgen und in gewisser Weise auch an das Verhalten der Gesellschaft und die Schaffung einer düsteren Atmosphäre gelegen hat.

 

Fazit / Bewertung

Am Anfang wurde ich mit dem Buch nicht richtig warm, da sich die Geschichte gezogen hat und das Thema Krieg bzw. Kriegsliteratur nicht wirklich etwas für mich ist. Aber je weiter die Geschichte fortschritt, desto spannender wurde sie. Besonders interessant waren die verschiedenen Aufeinandertreffen zwischen den Campern und dem Kriegsveteran, die meist in Gewalt endeten. Dabei hat hier Ketchum sich bei der Brutalität etwas zurückgehalten, wie man es sonst nicht aus seinen Büchern kennt.  Für mich persönlich ist es der bisher mit Abstand schwächste Roman von Ketchum, da ich bis auf „Die Schwestern“ alle seine in Deutsch veröffentlichten Werke kenne. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass dieser Roman vor seinen brutalen und blutigen Meisterwerken wie z.b. Evil erstanden ist. Nichtsdestotrotz ist es durch die Darstellung der „Jagd“ noch ein recht guter Roman.

                                                       Ich vergebe 6skull-and-crossbones-fake-tattoos-j von 10 skull-and-crossbones-fake-tattoos-j

Zur Info:
Meine Wertungspunkte vergebe ich in Totenköpfen von 1-10, wobei 1 sehr schlecht und ununterhaltsam ist und 10 entsprechend sehr empfehlenswert und unterhaltsam ist.

 

Produktinformation

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (13. Juni 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3453677067
  • Größe und/oder Gewicht: 11,8x 18,7 cm
  • Originaltitel: Cover
  • Übersetzung von: Urban Hofstetter

Quelle: (Amazon, randomhouse)

 

Über den Autor

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Jack Ketchum ist das Pseudonym des ehemaligen Schauspielers, Lehrers, Literaturagenten und Holzverkäufers Dallas Mayr (geboren am 10.11.1946). Er gilt heute als einer der absoluten Meister des Horror-Genres. 2011 wurde er zum Grand Master der World Horror Convention ernannt. Er erhielt fünfmal den Bram Stoker Award, sowie 2015 den Lifetime Achievement Award der Horror Writers Association. Am 24.01.2018 verlor Jack Ketchum den Kampf gegen den Krebs und verstarb.

Ich habe ihn auf der Dark Zone 2016 noch persönlich getroffen und mich mit ihm lange unterhalten. Er ist/war so ein lieber und netter Mensch. Er ist auch mein zweiter Lieblingsautor und ich bin unendlich traurig darüber, kein neues Werk mehr von ihm lesen zu können.

 

Ruhe in Frieden Dallas ❤

 

 

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