400 Tage der Erniedrigung by Wrath James White

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Inhalt / Klappentext

Natasha hat  den Mann ihrer Träume gefunden.
Kenyatta führt Natasha in völlig neue Welten sexueller Lust und er gibt ihr ein Gefühl der Sicherheit, das sie nie zuvor erlebt hat. Natasha würde alles tun, um ihm zu gefallen.
Aber Kenyatta, dessen Vorfahren aus Afrika stammen, glaubt nicht an eine gemeinsame Zukunft mit einer Weißen. Dennoch fordert er Natasha zu einem Wagnis heraus: Damit sie ihn und sein schwarzes Erbe wirklich versteht, soll Natasha sich ihm ausliefern. Bedingungslos. Sie muss für 400 Tage seine Sklavin sein!
Natascha ahnt nicht, zu was Kenyatta fähig ist …

„Der umstrittenste Roman von Wrath James White – ein extremer Hardcore-Thriller, sozialkritisch und schockierend.“

Quelle: (Klappentext; Amazon)

 

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Meine Einschätzung

Ein kurzes Wort zum Cover. Es stellt eine auf einen Stuhl sitzende Person dar, die hinten an den Händen mit einem Seil gefesselt ist. Im Vordergrund stehen natürlich die gefesselten Hände. Man erkennt auch, dass am Seil etwas rote Farbe zu sehen ist, was wohl Blut darstellen soll. Auf mich wirkt es sehr beklemmend und erniedrigend. Das Cover hat mich aber neugierig gemacht und dazu verleitet, den Klappentext zu lesen.

Zu Beginn lässt uns der Autor einen kurzen Blick in die Vergangenheit des männlichen Protagonisten Kenyatta erhaschen. Wir lernen einen schwarzen Jugendlichen kennen, der es im Gegensatz zu anderen geschafft hat, aus dem Ghetto zu entkommen und demnächst die High School besuchen wird. Als Jugendlicher scheint er mir sehr sympathisch und ich kann seinen Liebeskummer hier völlig nachempfinden. Wer hat sich denn nicht schon einmal richtig in jemanden verliebt? Wer hat sich nicht schon einmal in jemanden verliebt, der die Liebe nicht erwidert hat oder aus irgendwelchen Gründen die Liebe nicht bestehen durfte oder konnte? Ich kenne diesen seelischen Schmerz sehr gut und man würde sich am liebsten das Herz aus dem Leib reißen.

Doch der Autor weiß gekonnt dieses Mitgefühl einzuschränken, in dem er uns in die Gegenwart zurückführt und mitten ins Geschehen eintaucht. Wir lernen Natasha, eine junge weiße Frau, kennen, die  kein Selbstwertgefühl hat und sich von allen, insbesondere von Männern, ausnutzen, erniedrigen und minderwertig behandeln lässt. Doch eines Tages hat es auch sie aus dieser Gosse geschafft zu entkommen und unterrichtet Englisch an einer Schule. Wie viele Frauen ist Natasha von dem Aussehen und Auftreten des schwarzen, muskulösen und gutaussehenden Kenyatta beeindruckt und verwundert, dass dieser sich gerade für sie, einer etwas molligen und nicht so auffälligen Person, interessiert. Ihre begonnene Diskussion über Rassenunterschiede und Rassenhass mit dessen Vorurteilen  endet schließlich in einem Experiment, das dem früheren Sklavenhandel nachgestellt ist.  Völlig naiv und blind vor Liebe gibt Natasha freiwillig ihre Freiheit auf und wird zur unterworfenen und gehorsamen Sklavin von Kenyatta. Sie soll in diesen 400 Tagen am eigenen Leibe erfahren, was seine Vorfahren zur Zeit der Sklaverei durchmachen mussten. Detailliert und schonungslos wird beschrieben welche höllischen Qualen Natasha erleiden muss.  Wie kann eine Frau, die schon viel Mist miterlebt hat und vieles über sich ergehen lassen musste, die trotz allem aus der Gosse und dieser minderwertigen Lebensweise entkommen ist und nun einen angesehenen und anständigen Beruf nachgeht, wieder so tief sinken? Klar macht man schon einmal dumme Sachen, wenn man sich Hals über Kopf in jemanden verliebt, aber seine Freiheit aufzugeben um die Sklavin des Liebhabers zu werden, was nicht nur eine Art SM-Rollenspiel ist, ist für mich völlig unbegreiflich und bescheuert. Hier kann man doch wirklich nicht mehr von Liebe reden. Ich finde, dass hier eher eine Besessenheit bzw. Abhängigkeit vorliegt. Da für mich SM bzw. SM-Thriller Neuland sind, habe ich die eingebauten SM-Szenen teilweise eher schon als Folter angesehen, auch wenn hier ein Safeword vereinbart wurde, was alles sofort beenden würde.

Der  Autor führt die Leser in die Welt der Doms und Subs ein, so dass man einen kleinen Einblick der SM-Szene erhält. Wie gesagt die ganze SM-Szene ist für mich Neuland und hat mich etwas abgeschreckt. Sex spielt neben Brutalität und Gewalt eine wichtige Rolle.

Zu Kenyatta möchte ich nicht viel sagen, da sonst ein Absatz voller Schimpfwörter ensteht :D. Er ist für mich ein aufgeblasener Vollidiot, der mit weißen Frauen, die an eine gemeinsame Zukunft mit ihm glauben, spielt und sie zu seiner Belustigung erniedrigt und leiden lässt, wie es damals seine Vorfahren zur Zeit der Sklaverei mussten. Mit welchem Recht, nimmt er sich dieses Recht, mit weißen Frauen so umzugehen? Er hat die Qualen der  Sklaverei nie miterlebt und tut selbst immer ein auf Moralapostel, wenn es um Rassenhass geht. Solch ein Mann sollte in meiner Gegenwart lieber das Weite suchen 😀

Die Handlung an sich ist schon interessant, die Spannung jedoch wird durch die Ausschweifung des Thema Sklavenhandels etwas abgestumpft. Der Schreibstil ist soweit flüssig, manchmal aber auch etwas langatmig. Das Ende, was sehr viele Leser kritisieren, ist für mich jedoch sehr gelungen und überraschend und hat mir ein leichtes Grinsen ins Gesicht gezaubert.

Dieses Buch wird als sozialkritisch bezeichnet und erfüllt es in vollem Umfang. Teilweise sind mir diese Aspekte aber auch etwas zu ausschweifend. Geschichtlich wiederum erweitert man hier sein Wissen.

Fazit/Bewertung

Ich habe bis jetzt nur Bücher aus dem Extrem-Bereich von Wrath James White gelesen. Dies ist mein erstes Buch von ihm aus der Horror&Thriller Reihe und direkt eins, dass mir Kopfschütteln und langes Nachdenken bereitet. Die Handlung und die Story an sich sind schon interessant und die SM-Szene ist mir hier das erste Mal richtig vor Augen geführt worden und es hat mich etwas abgeschreckt. Persönlich habe ich nicht solche Vorlieben und kann mir auch nicht wirklich vorstellen, dass Leute auf so etwas stehen können. Aber naja jedem das seine. Die Sex- und Gewaltszenen sind sehr detailliert und lebhaft geschrieben. Es fließt zwar auch Blut, aber jetzt nicht in solchem Maße wie in anderen Büchern aus diesem Genre. Die sozialkritischen Aspekte werden hier sehr geprägt und umfassend beschrieben, so dass die Spannung und die Lust für mich am Lesen etwas verloren gingen. Zudem haben mich auch die zwei Hauptprotagonisten zur Weißglut gebracht. Besonders Kenyatta hat mich wütend gemacht. Er war mir so unsympathisch wie noch nie eine fiktive Figur zuvor. Aber solche Männer gibt es auch im wahren Leben. Und Natasha? Diese Frau hätte ich am liebsten gepackt und wachgerüttelt :D. Es ist ein gut geschriebener Thriller, den Ihr vielleicht selber lesen solltet, um Eure Meinung zu bilden. Denn Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Ich vergebe 7 skull-and-crossbones-fake-tattoos-j von 10 skull-and-crossbones-fake-tattoos-j

Zur Info: Mein Wertungspunkte vergebe ich in Totenköpfen von 1-10, wobei 1 sehr schlecht und ununterhaltsam und 10 entsprechend sehr empfehlenswert und unterhaltsam ist.

Produktinformation

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Festa Verlag; Auflage: 1. (25. Oktober 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3865525185
  • Format: 20 x 12,5
  • Originaltitel: 400 Days of Oppression
  • Übersetzung von: Simona Turini

 

Über den Autor

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Wrath James White ist ein ehemaliger Kickboxer (World Class Heavyweight) und Trainer für unterschiedliche Kampftechniken. Er hat drei Kinder, Isis, Nala und Sultan und lebt in Austin, Texas. Wrath (Zorn) schrieb mehrere Romane, die zu den brutalsten und erschütterndsten zählen, die jemals in Amerika erschienen.

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